Bundesliga-Spiel

Handball-Füchse zum Frustabbau in Großwallstadt

Von Barcelona nach Großwallstadt nach Szeged - so sieht die Woche eines europäischen Spitzenteams aus.

- Gerade erst nach der deftigen Niederlage in der Champions League aus der Metropole der Katalanen zurückgekehrt, flogen Berlins Handball-Füchse gestern nach Frankfurt, um heute beim TV Großwallstadt (20.15 Uhr) in der Bundesliga anzutreten.

Auch dort muss Trainer Dagur Sigurdsson auf Konstantin Igropulo verzichten. Der russische Nationalspieler weilt nach dem Tod seines Vaters derzeit in seiner Heimat. Er ist auf unbestimmte Zeit freigestellt und fehlte bereits am vergangenen Wochenende bei der 23:34-Niederlage beim FC Barcelona. "Wir haben Tino gesagt, er soll sich um seine Familie kümmern, wir machen seine Arbeit hier mit", sagte Kapitän Torsten Laen. "Natürlich fehlt er uns sehr, aber wir haben schon gezeigt, dass wir ohne ihn punkten können."

Die Füchse sind in dieser Saison national noch ungeschlagen. Ihre Bilanz: Sechs Siege, zwei Unentschieden. Großwallstadt dagegen liegt mit 1:13 Punkten auf dem vorletzten Platz der Bundesliga-Tabelle. Die Partie müsste für die Berliner also zum Frustabbau nach der Lehrstunde in Barcelona bestens geeignet sein. "Das war eine ernüchternde Erfahrung, doch die wirft uns nicht um", sagt der Kapitän und nennt Großwallstadt eine lösbare Aufgabe. Die beiden Punkte wolle er von dort mitnehmen, zumal Rechtsaußen Johannes Sellin steht nach auskurierter Fußverletzung wieder im Kader ist.

Der Favoriten-Rolle gerecht werden, siegen und nach Hause fliegen - Barcelona wäre ein gutes Stück weiter in den Hintergrund gerückt. "Vielleicht kam die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt. So etwas schärft die Sinne", hofft Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Sein Coach fordert vor der Partie bei den Mainfranken natürlich: "Wir müssen uns voll auf Großwallstadt fokussieren, zuletzt hat das Team in Hannover über 40 Minuten sehr stark gespielt." Beim TSV Hannover-Burgdorf unterlagen die Bayern nach Halbzeitführung letztlich mit 31:27, steigerten sich jedoch deutlich zu den vorherigen Spielen. Nun sind Hannovers sicherlich ehrbare Recken allerdings auch kein Champions-League-Team.

Nach der Partie in Großwallstadt werden die Füchse mit dem Bus zurück nach Berlin kommen. Der Donnerstag ist frei, am Freitag beginnt dann die Vorbereitung auf Pick Szeged (Ungarn), wo die Berliner in der Champions League am Sonntagnachmittag antreten.