DFB

Bierhoff schießt gegen Löws Kritiker Hoeneß

DFB-Manager enttäuscht vom Bayern-Präsidenten

- Der Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, hat heftig auf die Kritik von Uli Hoeneß reagiert. Am Dienstag widersprach in Frankfurt am Main, wo sich das Nationalteam auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Irland in Dublin (Freitag, 20.45 Uhr) vorbereitet, dem Präsidenten des FC Bayern, der kürzlich gesagt hatte, es herrsche zu wenig Druck und zu viel Komfort in der Nationalmannschaft. Bierhoff sagte: "Er hat sich in den letzten Wochen zu allem geäußert, auch in dem Spiegel-Interview. Zu Weißrussland, zur Ukraine, da durfte die Nationalmannschaft nicht fehlen."

Bierhoff missfällt, dass vor einem solch wichtigen Spiel kaum übers Sportliche geredet wird und watschte Hoeneß regelrecht ab: "Gerade die Bayern wissen von der Bedeutung der Sponsoren, was man alles tun muss. Die Bayern fahren dafür selbst nach Japan", erklärte Bierhoff als Erwiderung auf den Vorwurf, dass das DFB-Team vor der EM auf Einladung von Mercedes das Formel-1-Rennen in Monaco besuchte. "Das mit der Tischtennisplatte kann ich verstehen, dass er da lieber Basketballkörbe hätte", fügte Bierhoff an. Es war wohl ein süffisanter Seitenhieb gegen die Tatsache, dass Hoeneß mit der Entlassung von Trainer Dirk Bauermann auch die Basketball-Abteilung seines Vereins neuerdings aufmischt.

Klose wurde madig gemacht

Auch Bundestrainer Joachim Löw, der vom Bayern-Präsidenten recht scharf in die Mangel genommen worden war, weil er angeblich nicht hart genug sei gegenüber den Spielern, hatte gleich nach seiner Ankunft in Frankfurt reagiert. "Es ist mir mittlerweile egal, wer was zu diesem Thema sagt", erklärte Löw am Montagabend. "So lange die Spieler in diesem Maße konzentriert und intensiv arbeiten, was bislang immer der Fall war, werden wir die Dinge auch weiter so handhaben", betonte Löw, dass er seine Linie beibehalte.

Hoeneß geht Löw und Bierhoff ziemlich auf den Nerv mit seinen Mäkeleien. Er kenne Hoeneß, rede und diskutiere mit ihm regelmäßig, sagte Bierhoff. "Ich weiß, dass Uli Hoeneß dem Fußball was Gutes tun will. Doch auch noch Miroslav Klose madig zu machen und ihn gewissermaßen als Torjäger zweiter Klasse darzustellen, da sei der Bayern-Boss viel zu weit gegangen. Er empfinde "Enttäuschung über die Äußerung zu Klose", sagte Bierhoff. "Das klingt schon ein bisschen abfällig." Dennoch wolle man Hoeneß' Kritik beim DFB aber nicht überbewerten: "Wir nehmen das locker. Das bringt uns nicht durcheinander. Zumal wir wissen, dass Uli Hoeneß es gut meint", sagte Bierhoff, um jedoch nachzuschieben: "Aber ich finde es nicht gut, wenn sich Verantwortliche öffentlich übereinander äußern. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen und nicht noch zusätzliche Unruhe hereinbringen" erklärte der Teammanager. "Wir haben uns letztes Jahr doch auch nicht gegen die Bayern ausgelassen."