Aktion

BR Volleys verwandeln Altpapier in Tickets für das Spitzenspiel

Es ist noch ein paar Tage hin, bis der deutsche Volleyballmeister BR Volleys in seine "Mission Titelverteidigung" startet.

- Aber es vergeht kaum ein Tag, an dem die Berliner nicht mit neuen Aktionen aufwarten, die Schmeling-Halle zum ersten Saisonspiel am 15. Oktober (19.30) gegen den langjährigen Rivalen VfB Friedrichshafen auch ordentlich voll zu bekommen. Am ersten Tag nach den Herbstferien kein leichtes Unterfangen, "alles über 6000 Zuschauer wäre ein Erfolg", wie Manager Kaweh Niroomand erklärt. Eine besonders pfiffige Idee, dieses Ziel zu erreichen, hatte jetzt der Hauptsponsor: Wer ab zwei Stunden vor Beginn der Partie drei Kilogramm Altpapier vor der Halle abliefert, erhält im Gegenzug ein Ticket für das Spitzenspiel. Bevor jemand mit einem Lkw voller Papier auftaucht: Pro Person werden maximal zwei Karten vergeben. Und auch nur, solange der Vorrat reicht.

Die BR Volleys wissen, dass sie vor einer schwierigen Saison stehen - nicht nur, weil sie als Meister nun von allen gejagt werden. Sie wollen sich auch bei ihrer ersten Champions-League-Teilnahme seit 2005 und ihrer vierten insgesamt teuer verkaufen. Und schließlich hat der Verein mit seinen durchschnittlich über 4200 Zuschauern europaweit Maßstäbe gesetzt. "Wir sind uns im Klaren, was uns erwartet", sagt Niroomand. Sportlich könne die Konkurrenz auf- und vielleicht auch wieder überholen. "Da kauft man sich vier oder fünf neue, starke Spieler und wird Meister. Aber was unsere Standards angeht, da sind wir in Deutschland momentan uneinholbar", ist er sicher. Die größte Halle, die meisten Fans, die beste Infrastruktur - in den vergangenen zwei, drei Jahren haben die BR Volleys überall Riesenschritte nach vorn gemacht.

Als kontraproduktiv könnte sich erweisen, dass der Meister gleich in den ersten Spielen auf die vermeintlichen Hauptrivalen Friedrichshafen und (am 21. Oktober auswärts) Haching trifft. Zwei Niederlagen könnten die Begeisterung erheblich dämpfen. "Optimal ist diese Situation nicht", sagt Trainer Mark Lebedew, "aber die anderen beiden sind ja in der gleichen Situation." Und überhaupt: Das sei doch die beste Vorbereitung auf die ersten Champions-League-Spiele. "Andere europäische Vereine suchen dafür hochkarätige Gegner", weiß der Australier, "wir haben sie schon." Das ist nicht überheblich gemeint. Aber es zeigt, dass die BR Volleys nicht nur bei den Standards, sondern auch im sportlichen Bereich momentan nur eine Richtung kennen: vorwärts.