Pferderennen

Derbysieger Pastorius gewinnt auch Preis der Deutschen Einheit

Jetzt Startchance in Ascot - Drama um Danedream

- Franz Prinz von Auersperg strahlte mit der Sonne um die Wette. Grund für die gute Laune des Adligen war der Sieg seines Hengstes Pastorius beim 22. Preis der Deutschen Einheit auf der Galopprennbahn in Hoppegarten. Und seine Hoheit geruhte auf Nachfrage zu scherzen. Ob er einer aus dem Geschlecht sei, dessen Erfolg im Leben man in Stein meißeln solle, oder ob seine Vorfahren ebenfalls über ein gerüttelt Maß an Tüchtigkeit verfügt hätten, lautetet die Frage bei der Siegerehrung. "Nein, nein, ganz und gar nicht", begann die Antwort, auch die Vorfahren vor rund 500 Jahren hätten es durchaus verstanden, Geld zu verdienen. "Allerdings hätten die damals dafür auch öfter mal Leute umbringen müssen."

Im mit 80.000 Euro dotierten Hauptrennen hatte es vor annähernd 14.000 Zuschauern (darunter Boxtrainer Ulli Wegner und Eishockey-Spieler Sven Felski) lange nach einem Zweikampf zwischen Derbysieger Pastorius und dem Zweitplatzierten Durban Thunder unter Jockey Sam Hitchcott (England) ausgesehen. "Ich habe eingangs der Zielgeraden ein bisschen Angst gehabt und musste Pastorius mal richtig hart anfassen", schilderte Siegjockey Adrie de Vries die letzten 400 der 2000-Meter-Distanz. "Pastorius war ein bisschen zu relaxt. Er hat sich schwer getan. Aber ich war mir dann schon vor dem Ziel sicher, dass wir es packen würden", ließ der Niederländer wissen. Rang drei ging an Ostinato unter dem Ungarn Karoly Kerekes. Der Gewinner von 2010 und 2011, Russian Tango mit Eddie Pedroza, wurde Vierter. Der vorausgegangene Fehlstart wegen einer defekten Startmaschine hatte keines der Pferde benachteiligt.

Für Pastorius-Trainer Mario Hofer war das Gastspiel in Hoppegarten "kein Selbstläufer, obwohl Pastorius ja der haushohe Favorit war. Es war natürlich ganz wichtig für uns zu siegen. Platz zwei oder drei wäre diesmal eine bittere Niederlage gewesen."

Auf Deutschlands bestes dreijähriges Pferd wartet jetzt die Chance, am 20. Oktober die mit 1,6 Millionen Euro dotierten Champions Stakes in Ascot zu bestreiten. Platz zwei oder drei in England hätte eine andere Dimension. Denn in Ascot steht das erfolgreichste Pferd weltweit, der Hengst Frankel (13 Rennen, 13 Siege) am Start. "Ich glaube nicht, dass es momentan auf der Welt ein Pferd gibt, das ihn schlagen kann", prognostiziert Hofer. "Wir werden schauen, wie gut Pastorius das Hoppegartener Rennen verkraftet hat und dann entscheiden."

Erster Ritt, gleich ein Sieg

Das mit 20.000 Euro dotierte Sprinter-Finale auf gerader Bahn sicherte sich die Alexandra Vilmar auf Ach was aus dem Stall Wo laufen sie denn? Für die 17-Jährige war es der erste Sieg - in ihrem ersten Rennen!

Abseits der Aktualität war Wunderstute Danedream ein viel diskutiertes Thema. Denn der Traum vom zweiten Sieg beim Prix de l'Arc de Triomphe am kommenden Sonntag in Paris ist definitiv geplatzt. Und das Ziel, beim Japan Cup in Tokio im November die erfolgreiche Laufbahn zu beenden und in Fernost in die Zucht zu gehen ist so nicht mehr zu realisieren. Die Karriere des mit 3,6 Millionen Euro gewinnreichsten deutschen Rennpferdes scheint nach einer Entscheidung des Kölner Veterinäramtes, wegen der infektiösen Anämie eines Pferdes eine Quarantäne rund um die Kölner Rennbahn zu verhängen, abrupt beendet zu sein. "Das ist eine Katastrophe und einfach nur schrecklich", sagte Danedream-Trainer Peter Schiergen.