Basketball

Spione aus Dallas sehen starken Saisonstart von Alba

Berlins Basketballteam besiegt Artland Dragons 94:62

- Wenn es weiter geht, wie es begann, dürfen sich die Berliner auf den Rest der Saison freuen. Alba Berlin startete mit einem überzeugenden 94:62 (44:32) gegen die Artland Dragons in die neue Spielzeit, mit einem Kantersieg gegen ein Team also, dem fast alle zutrauen, in mehr als einem halben Jahr um die deutsche Basketball-Meisterschaft mitzuspielen.

Unter den 12.146 Zuschauern saßen auch Roberto Carmenati und Reggie Johnson. Der Herr aus Italien ist der Europa-Scout der Dallas Mavericks, Johnson analysiert jeden Gegner der Texaner. "Sehr solide" fand Johnson das Spiel der Berliner, die am Sonnabend (20 Uhr) an gleicher Stelle gegen seine Mavericks antreten. "Alba spielt sehr teamorientiert und eine sehr gut organisierte Verteidigung", attestierte Carmenati. "Die Mannschaft hat Qualität."

Schon zu Beginn war zu sehen, wie es sich Sasa Obradovic vorstellt mit der Vielzahl an Spielmachern, die ihm zur Verfügung stehen. Vule Avdalovic, mit dem der Coach mit Donezk ukrainischer Meister geworden war, begann an der Seite DaShaun Woods. Beide Spielmacher, von denen viele dachten, sie wären nur Konkurrenten, präsentierten sich in beeindruckender Harmonie. Nach Albas erstem wirklich zählenden Korb der Saison durch Albert Miralles passte Wood dreimal zu Avdalovic, der traf dreimal, Wood legte dann selbst nach - 10:2 (4.). Ähnlich gut kamen dann später Avdalovic und Wood jeweils mit Heiko Schaffartzik und Nihad Djedovic zurecht. Vier Spieler also, die für sich und andere kreieren können, in permanent wechselnden Rollen das Spiel schnell machen - die Gäste aus Quakenbrück taten sich schwer. Noch weniger kamen die Dragons mit der durchgängig bissigen Abwehr der Berliner klar. Gewann Alba in der Verteidigung den Ball, ging es blitzschnell nach vorn. Mal vollstreckte Wood, dann auch Deon Thomspon, und als Schaffartzik mit der Sirene den ersten Dreier zum 25:15 traf, war das erste Viertel der Saison bestritten.

Auch Fülle und Ney treffen

Obradovic wechselte häufig, sein Team blieb unberechenbar und baute die Führung aus. Bryce Taylor, in der vergangenen Saison noch Liebling der Alba-Fans und jetzt ein Artländer Drache, blickte jetzt mehr und mehr zu Boden. Er ahnte früh, dass es mit den Glanzlichtern, die er zu setzen gehofft hatte, nichts werden würde. Nach einem Dreier von Wood war Albas Vorsprung auf 18 Punkte gewachsen (42:24/18.) - mit 44:32 ging es in die Pause. Beachtlich: Alba hatte ganze zwei Male den Ball verloren, bei den Gästen stand eine Zwölf. Sicherlich hatte Gäste-Trainer Stefan Koch nichts unversucht gelassen, sein Team in dem Glauben zu bestärken, dass das Spiel noch längst nicht vorbei ist. Sollte es ihm gelungen sein, verpuffte die Wirkung dank Albas Aggressivität allerdings schnell. Die Berliner begannen den zweiten Durchgang mit einer 10:0-Serie (54:32/24.). Spätestens jetzt war die Partie gelaufen, nach dem dritten Viertel führte Alba dann sogar 72:45.

Unter Beifallsstürmen der 12.146 Zuschauer in der O2 World bekamen schließlich auch noch Albas Youngster Sebastian Fülle und Joey Ney die Chance, sich zu zeigen. Was beiden dann auch mit jeweils drei Punkten gelang. Bester Werfer war Djedovic mit 16 Punkten. Ihm folgten Miralles mit 14, Wood mit 13, Thompson mit 11 sowie Avdalovic und Yassin Idbihi mit jeweils 10 - ausgeglichener kann es nicht sein. Wie Obradovic es wünscht: Das Team war der Star des Abends. "Ein sehr gelungener Start", freute such Djedovic. "Von unserer guten Defense war ich überrascht. Da waren wir in den Tests viel schlechter."