Pferdesport

Pedroza träumt vom Hattrick in Hoppegarten

Jockey fordert beim Preis der Einheit Derbysieger heraus

- Auch die Aussicht auf einen überaus seltenen sportlichen Erfolg wird Eduardo Pedroza nicht von einer lieb gewonnenen Gewohnheit abbringen - einen freien Montag zu genießen. Pedroza, der am kommenden Mittwoch beim Preis der Deutschen Einheit auf der Galopprennbahn in Hoppegarten mit Russian Tango den dritten Sieg in Folge anstrebt, ist beim Genießen bescheiden. "Montag ist ein Tag, an dem ich mich ganz allein um mich kümmern kann. Ich mache ein ganz kleines bisschen Büroarbeit und ansonsten das, was mir gerade einfällt", so der 38-Jährige, der sich von 2007 bis 2010 gleich viermal in die Liste der deutschen Champion-Jockeys (siegreichste Reiter) eintragen konnte.

Doch diesmal werden sich Pedrozas Montags-Gedanken und Träume in Richtung Berlin bewegen, wo am 3. Oktober das mit 80.000 Euro dotierte Hauptrennen stattfindet. "Natürlich ist es ein schöner Gedanke, mit Russian Tango noch einmal ganz vorn zu landen. Aber es wird noch schwerer als die Jahre zuvor", sagt der in Panama geborene, bislang in rund 1100 Rennen siegreiche Ausnahme-Jockey. Seinen 1000. Sieg feierte er 2010 - mit Russian Tango, dessen Gewinnsumme bislang bei 233.600 Euro liegt.

Nur Danedream war schneller

Klarer Favorit für das Hoppegartener Sieggeld ist Derby-Sieger Pastorius. Der Hengst musste sich hierzulande in diesem Jahr lediglich in Baden-Baden einmal der Wunderstute Danedream beugen. Pastorius, das beste dreijährige Pferd Deutschlands und Zweitbester seines Jahrgangs in Europa, steht bisher bei einer Gewinnsumme von 461.700 Euro.

Noch überraschend bezwang er im Hamburger Derby den heißen Favoriten Novellist, dann ließ er im Münchener Großen Preis mit einem Acht-Längen-Sieg der Konkurrenz keine Chance.

Besitzer Franz Prinz von Auersperg hat deswegen selbstbewusste Pläne: "In Hoppegarten beträgt die Distanz 2000 Meter. Das ist eine ideale Vorbereitung auf die Champions Stakes in Ascot (20. Oktober, d. R.). Dort treffen wir auf Frankel, das stärkste Pferd der Welt." Frankel ist in 13 Rennen ungeschlagen. Die Champions Stakes sind mit 1,6 Millionen Euro dotiert.

Grund zur Resignation auf dem Weg zum Hoppegarten-Hattrick ist der schier übermächtige Pastorius für Pedroza aber nicht: "Klar, er ist mit meinem Kollegen Adrie de Vries der Favorit. Aber es geht über 2000 Meter, und da kann viel passieren. Wenn Pastorius nicht einen Ausnahmetag erwischt, ist alles möglich."

Insgesamt stehen am 3. Oktober acht Rennen auf dem Programm. Wobei Bahn-Chef Gerhard Schöningh neben der sportlichen auch die menschliche Komponente sieht: "Die deutsche Einigung hat nun einmal eine besondere Bedeutung für Hoppegarten. Nur dadurch wurde es möglich, dass Menschen und Pferde aus allen Teilen Berlins und Deutschlands wieder hierherkommen können, dass Hoppegarten wieder in der Spitzengruppe der deutschen Rennbahnen ist." Der Renntag beginnt um 14 Uhr (Einlass ab 12 Uhr).