Eishockey

Eisbären mühen sich zum zweiten Saisonsieg

13.900 Fans erleben 3:2 gegen Red Bull München

- Er war schon früher in der Arena gewesen, aber bislang nur als Zuschauer. Direkt auf dem Eis ist es dann doch etwas anders, da sah es so aus, als hätte Sebastian Elwing etwas die Orientierung verloren. Als erster Spieler kam er aus dem großen aufblasbaren Eisbärenkopf heraus. Normalerweise stürmen die Profis dann hin zur Mitte, aber Elwing bog nach links ein. Dort stand ein Nachwuchstrupp des EHC, der Torhüter ließ es sich nicht nehmen, bei seiner Premiere jeden einzeln abzuklatschen. Die Jungs waren verdutzt, aber sie freuten sich. Abgesehen von dieser kleinen Änderung im Protokoll lief alles nach Plan, für Elwing, der die Eisbären vor vielen Jahren verlassen hatte und nun zurückkehrte - und dank ihm auch für den Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Berliner gewannen gegen Red Bull München mit 3:2 (0:0, 2:1, 1:1). Ein wichtiger Erfolg für die Eisbären.

Normalerweise ist die Bedeutung einzelner Spiele in dieser frühen Saisonphase nicht so groß. Bei den Berlinern ging der Start in die Liga jedoch daneben. An den ersten beiden Wochenenden waren sie in drei von vier Partien unterlegen. Das hatte es unter Trainer Don Jackson in sechs Jahren noch nicht gegeben. Doch zuvor waren die Umstände nie so ungünstig gewesen. Wegen Verletzungen und Sperren standen nur zwei erfahrene Verteidiger gegen München zur Verfügung, die anderen waren um die 20 Jahre jung.

Wenig überraschend hatte der Trainer daher die Devise ausgegeben, dass die ganze Mannschaft ihre Konzentration auf die Defensive legen müsse, um die unerfahrene Abwehr zu unterstützen. Eine Aufgabe, die gegen die Gäste aus München etwas leichter ausfällt. Denn die Mannschaft von Neu-Bundestrainer Pat Cortina hat ein Problem: Tore zu erzielen. In drei Spielen zuvor gelangen gerade zwei. Siege gar keine, weshalb München in der Tabelle ebenso weit unten rangiert wie die Eisbären.

Große Unterhaltung ließ die Konstellation für die 13.900 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof also nicht erwarten, geboten wurde sie auch nicht. Ganz gegen ihre Natur beschränkten sich die Berliner im Vorwärtsgang auf ein Minimum. Doch trotz verstärkter Aufmerksamkeit vor dem eigenen Tor kamen die Gäste zu diversen Möglichkeiten.

Katic sorgt für Entscheidung

Wie so oft in solchen Partien sind es dann die Special Teams, die besonders in Erscheinung treten. In Überzahl mussten die Eisbären mal nicht vorrangig auf die Defensive achten, das nutzten Kapitän André Rankel (21.) sowie Travis Mulock (38.). Als die Berliner in Unterzahl waren, glich Martin Buchwieser jedoch zwischenzeitlich aus (24.). Vor allem mit dem zweiten Treffer von Mulock wurde das Spiel der Eisbären flüssiger. Laurin Braun gelang nach schönem Zuspiel von Mark Katic das 3:1 (45.). Der Anschluss durch Jason Ulmer, erneut im Powerplay, brachte den Meister nicht mehr aus dem Rhythmus - und folglich nicht um den Lohn der Arbeit. Der fiel für Sebastian Elwing im ersten DEL-Einsatz bei seinem EHC-Comeback noch ein wenig süßer aus. Er war im Sommer aus München nach Berlin zurückgekehrt.