Kommentar

Ausgemustert

Simon Pausch über Michael Schumachers Ende bei Mercedes

Fast drei Jahre lang stand der Rennstall treu an seiner Seite. Für viele der enttäuschenden Ergebnisse des 43-Jährigen gab Mercedes sich selbst die Schuld. Noch im Frühjahr entschuldigte sich Teamchef Ross Brawn für das angeblich zu langsame Auto bei Michael Schumacher.

Der war 2009 mit dem Ziel zurückgekehrt, Weltmeister zu werden. Aber in diesem Jahr hat er bei sieben von 14 Rennen das Ziel nicht erreicht. Zweimal wegen einer von ihm verschuldeten Kollision, fünfmal wegen technischer Defekte. Die Frage, ob nun das Auto oder der Fahrer maßgeblich schuld war an dem enttäuschenden Platz zwölf in der WM-Fahrerwertung, wurde immer lauter gestellt.

Spätestens das in vielerlei Hinsicht desaströs verlaufene Wochenende in Singapur hat die Verantwortlichen nun zu einer Antwort gedrängt. Plötzlich war das Interesse an McLaren-Fahrer Lewis Hamilton größer als die Treue zum siebenmaligen Weltmeister. Auf einer Vorstandssitzung in dieser Woche fiel dann die Entscheidung. Zu Gunsten des Briten, der einen Dreijahresvertrag erhält.

Und gegen den Mann aus Kerpen, der sich zum Abschied mit den Worten zitieren lässt: "Ich hatte drei schöne Jahre bei Mercedes, die leider sportlich nicht so gelaufen sind, wie wir uns das alle gewünscht hatten." Versöhnliche Worte, doch obwohl er noch sechs Rennen für die Schwaben bestreiten wird, muss Michael Schumacher diese Trennung vorkommen wie eine Kündigung.