Unentschieden

Europa League: Alle vier deutschen Klubs spielen remis

Gladbach verschießt in der Nachspielzeit einen Elfmeter

- Mit vier Unentschieden ist das Bundesliga-Quartett in die Gruppenphase der Europa League gestartet. Den starken Eindruck der deutschen Fußball-Elite mit den Champions-League-Auftaktsiegen von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayern München konnten der VfB Stuttgart beim 2:2 (1:1) gegen Steaua Bukarest, Borussia Mönchengladbach mit dem 0:0 bei AEL Limassol und Bayer Leverkusen ebenfalls mit einem 0:0 gegen Metalist Charkow nicht bestätigen.

Nur Hannover 96 sorgte gestern Abend für ein Highlight: Die Niedersachsen machten mit einem Kraftakt einen 0:2-Rückstand bei Twente Enschede wett und schafften noch ein 2:2 (0:1). Danach hatte es in der ersten Halbzeit nicht ausgesehen. Die Niedersachsen schienen gegen die Niederländer völlig überfordert. Willem Janssen (7.) und Nacer Chadli (54.) machten die Überlegenheit der Gastgeber mit ihren Treffern deutlich.

Hannover mit sehr viel Moral

Doch Artur Sobiech (67.) und ein Eigentor von Peter Wisgerhof (73.) belohnten die Moral der Niedersachsen. "Solche Spiele muss man manchmal schmutzig mit einem Punkt beenden", sagte nach dem Kraftakt 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke. "Wir haben uns zurückgekämpft und nicht unverdient einen Punkt mitgenommen." Ähnlich sah das Trainer Mirko Slomka: "In der zweiten Halbzeit haben wir schon dominant gespielt und am Ende verdient den Ausgleich erzielt."

Viele Chancen, keine Tore - so lautete die Bilanz von Bayer Leverkusen nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Metalist Charkow aus der Ukraine. Vor 15.000 Zuschauern in der nur knapp zur Hälfte gefüllten BayArena präsentierte sich der Bundesliga-Zwölfte spielerisch verbessert, aber im Abschluss ohne Durchschlagskraft. "Der Punkt ist zum Auftakt zu wenig. Wir haben uns gute Chancen erarbeitet. Wenn wir diese nutzen, machen wir zwei, drei Tore", sagte Nationalspieler Lars Bender. Im zweiten Spiel am 4. Oktober bei Rosenborg Trondheim zählt für die Leverkusener jetzt nur ein Sieg.

Der Gladbacher Pechvogel war Oscar Wendt. Der Schwede setzte in der achten Minute der Nachspielzeit einen Handelfmeter an die Latte. "Das Leben ist jetzt nicht vorbei. Wenn ich zwei Millimeter niedriger treffe, ist er drin und wir jubeln alle", meinte er nach seinem Fehlschuss.

Immerhin hatte das Team vom Niederrhein nicht verloren, nachdem Trainer Lucien Favre gepokert hatte und Zwölf-Millionen-Euro-Mann Luuk de Jong, Kapitän Filip Daems und Juan Arango mit Hinweis auf das kräftezehrende Programm der kommenden Wochen zu Hause ließ. Dennoch war das 0:0 gegen den vermeintlich schwächsten Gegner in der Gruppe eindeutig zu wenig. Dennoch reagierte Favre recht versöhnlich: "Insgesamt war unsere Leistung okay. Die Sache mit dem Elfmeter war schade. Oscar war als Elfmeterschütze vorgesehen."

Stuttgart nutzt Blitzstart nicht aus

Der Bundesliga-Fehlstarter aus Stuttgart enttäuschte ebenfalls und schaffte auf der internationalen Bühne nicht die erhoffte Trendwende. Die Schwaben blieben im fünften Pflichtspiel nacheinander sieglos. Vedad Ibisevic (5.) und Georg Niedermeier (85.) mit dem späten Ausgleich trafen für den VfB, Alexandru Chipciu (6.) und Raul Rusescu (80./Foulelfmeter) waren für die Rumänen erfolgreich.

"Wir haben eine Menge Torchancen gesehen in der zweiten Halbzeit. Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Das Glück wird auch wieder zurückkommen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. Vor 17.155 Zuschauern hatten Cacau und Tunay Torun insgesamt dreimal Latte und Pfosten getroffen.