Motorsport

Kanadier Spengler siegt und BMW überflügelt Mercedes

DTM: Audi in Oschersleben nicht mehr im Titelrennen

- Bruno Spengler lässt BMW vom ersten Titel in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft seit 23 Jahren (1989 hieß der Champion Roberto Ravaglia) träumen. Der Kanadier gewann am Sonntag das achte Saisonrennen in Oschersleben und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz hinter Spitzenreiter Gary Paffett. Der Brite belegte in seinem Mercedes den zweiten Rang - mit einem Rückstand von lediglich 0,6 Sekunden - und führt jetzt nur noch mit elf Punkten Vorsprung (127:116) vor Spengler. "Das war ein geiler Sieg, vielen Dank an mein Team", sagte Spengler. An den Titel denkt er aber nicht, verriet der Kanadier: "Ich schaue von Rennen zu Rennen. Mal sehen, ob es reicht."

Jens Marquardt stand die Freude ins Gesicht geschrieben. "Ich bin überwältigt. Das war ein super Rennen von Bruno. Ein Kompliment für diese wahnsinnig gute Leistung", sagte der BMW-Motorsportdirektor. Dritter wurde Paffetts Landsmann und Markenkollege Jamie Green, der im DTM-Klassement auf Position drei zurückfiel. Bei zwei noch ausstehenden Rennen in Valencia (30. September) und auf dem Hockenheimring (21. Oktober) werden diese drei Fahrer den Titel unter sich ausmachen.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug wollte nichts von einem Rückschlag im Titelrennen wissen: "Es bleibt so spannend wie die letzten Runden hier", sagte der Schwabe. "Wir konnten gewinnen, aber wir haben in der Mitte des Rennens bei den Stopps zu viel Zeit verloren. Deshalb bin ich ein wenig enttäuscht, aber Bruno war sehr schnell."

Spengler bescherte BMW im ersten Jahr seit der Rückkehr in die DTM schon den dritten Sieg. Damit ist BMW derzeit sogar erfolgreicher als die Rivalen Mercedes und Audi. Der Titelgewinn wäre für den Münchner Automobilhersteller, der sich nach dem Formel-1-Ausstieg ganz auf die DTM konzentriert, natürlich die Krönung. Spengler hat es nun selbst in der Hand und könnte Paffett mit zwei Siegen noch abfangen. Dagegen ist Titelverteidiger Audi seit Oschersleben auch rechnerisch aus dem Titelrennen ausgeschieden. Bester Audi-Pilot war Mike Rockenfeller auf Platz sechs.

Auf verlorenem Posten standen die beiden ehemaligen Formel-1-Piloten im Mercedes-Team. Ralf Schumacher kam im 50. DTM-Rennen seiner Karriere nicht über den 13. Rang hinaus. Für den Schotten David Coulthard, der nur auf dem 21. und vorletzten Startplatz stand, war der Arbeitstag nach einer frühen Kollision schon nach zwei Runden beendet. Nicht viel weiter kam Titelverteidiger Martin Tomczyk, der seinen BMW früh an der Box abstellen musste. Irgendetwas am Kühler sei beschädigt gewesen, das Team wisse noch nicht genau, was es sei, sagte der Rosenheimer.