Fußball

Hoffenheim rutscht immer tiefer in die Krise

3:5-Niederlage in Freiburg. Wiese völlig von der Rolle

- Markus Babbel kann sehr stur sein. "Es gibt kein Problem", insistierte der Trainer der TSG Hoffenheim wiederholt. Gerade so, als wolle er sich selbst vom Wahrheitsgehalt seiner Aussage überzeugen. Dabei hatte er mit eigenen Augen gesehen, dass es zumindest im badischen Derby beim SC Freiburg ein Problem in der Defensive und insbesondere auf der letzten Position seiner Mannschaft gab. Nach der 3:5 (1:2)-Niederlage beim SC Freiburg sind auch die Probleme des in der Kritik stehenden Trainers des immer noch punktlosen Fußball-Bundesligisten größer geworden.

Wie versteinert hatte Babbel auf die Anzeigetafel gestarrt, als Torhüter Tim Wiese in der TV-Wiederholung am Ball vorbeisegelte, den der Freiburger Innenverteidiger Fallou Diagne in der 69. Minute zum 3:2 einköpfte. Es sollte nicht der letzte Lapsus des Ex-Nationaltorhüters bleiben. Auch in der 84. Minute ließ Wiese den Ball passieren, den Cedrick Makiadi zum vorentscheidenden 4:3 einschoss. Babbel stellte sich verbal hinter seinen Schlussmann, der kopfschüttelnd und ohne Kommentar den Ort der neuerlichen Schmach verließ. Sie bekämen so viele Gegentore, "weil wir es als Mannschaft nicht verstehen, besser zu verteidigen. Auf dem Niveau wird das eiskalt bestraft", rügte Babbel seine löchrige Abwehr im Kollektiv. "Das sind Punkte, die mich maßlos ärgern. Es gibt klare Zuteilungen. Wenn ich sehe, wie blank Makiadi stand, dann war das so unnötig wie ein Kropf", schimpfte Babbel.

Während die Mannschaft von Trainer Christian Streich auch im zehnten Spiel ohne Heimniederlage blieb und damit einen Vereinsrekord aufstellte, mussten die Kraichgauer im vierten Pflichtspiel der Saison die vierte Niederlage hinnehmen und zum dritten Mal über vier oder mehr Gegentore klagen. Karim Guédé (17. Minute), Max Kruse (27.), Fallou Diagne (69.), Cedrick Makiadi (84.) und Sebastian Freis (87.) trafen vor 22.800 Zuschauern für die Freiburger, Matthieu Delpierre (2.), Boris Vukcevic (57.) und Takashi Usami (76.) erzielten die TSG-Tore. "Es war ein Traumtag", freute sich Freiburgs Sportlicher Leiter Dirk Dufner, fügte aber auch hinzu: "Es war nervenaufreibend." Dagegen kritisierte Hoffenheims Routinier Matthieu Delpierre: "Das darf nicht passieren in der ersten Liga. Wir machen zu viele einfache Fehler. Es fehlt viel. Wir schaffen es nicht, das Spiel zu machen."

Dabei hätte das Spiel für den in die Kritik geratenen Babbel nicht besser beginnen können. Der Sekundenzeiger hatte noch keine zwei Umdrehungen hinter sich, da stand es 1:0 für die Gäste. Innenverteidiger Delpierre nutzte nach einem Freistoß von Sebastian Rudy die Verwirrung bei den Freiburgern, um den Ball über die Linie zu befördern. Die Hoffenheimer verstanden es aber nicht, aus der frühen Führung Kapital zu schlagen. Im Gegenteil, stellte Babbel fest: "Wir machen in den entscheidenden Momenten zu viele einfache Fehler."