Transfer

Starke Premiere: Mit Pekarik steht erstmals die Null

Zugang verschafft Herthas Abwehr größere Stabilität

- Peter Pekarik ist ein schüchterner Mann. Wenn man mit ihm spricht, streift sein Blick oft über den Boden. Der slowakische Nationalspieler, den Hertha BSC erst am letzten Tag der Transferperiode vom VfL Wolfsburg verpflichtet hat, redet leise. Doch was der Rechtsverteidiger in einem passablem Deutsch sagt, hat eine besondere Gradlinigkeit: "Ich bin sehr glücklich, dass wir bei meinem ersten Spiel drei Punkte geholt haben", sagte der 25-Jährige nach dem 2:0-Heimsieg seiner neuen Mannschaft gegen den VfR Aalen.

Erst am Mittwoch war Pekarik nach einer Länderspielreise in Berlin angekommen. Seither konnte er erst zwei Trainingseinheiten mit seinen neuen Kollegen absolvieren. Doch bei seiner allerersten Partie im blau-weißen Hertha-Trikot wirkte der Slowake, als hätte er nie irgendwo anders gespielt. Herthas Trainer Jos Luhukay hatte Pekarik, der 2009 mit Wolfsburg überraschend Deutscher Meister wurde, verpflichten lassen, um nach dem Weggang von Christian Lell die Position rechts in der Viererkette mit einem erfahrenen Spieler zu besetzen und die Seite "dicht" zu machen. Konstanz und Stabilität waren die Stichworte. Gegen Aalen deutete Pekarik schon einmal an, dass Luhukays Überlegungen aufgehen könnten.

In der neu formierten Abwehrreihe um Maik Franz und Fabian Lustenberger strahlte der Slowake Ruhe aus, entschärfte die ein oder andere brenzlige Situation mit gutem Stellungsspiel und ließ über seine rechte Seite kaum Aalener Chancen zu. Die Erfahrung aus 55 Bundesligaspielen tat Hertha sichtlich gut. Aalen erspielte sich über 90 Minuten kaum eine nennenswerte Torgelegenheit, und so blieb Hertha erstmals in dieser Saison ohne Gegentreffer. "Er hatte keine Anpassungsschwierigkeiten. Ich bin froh, dass wir auf der rechten Seite jetzt einen Mann haben, der so stabil ist", lobte dann auch Kapitän Peter Niemeyer die Leistung des Zugangs. Auch Pekarik selbst fand, "dass es heute gut geklappt hat. Jetzt hoffe ich, dass wir unsere Siegesserie auch nächste Woche in Kaiserslautern fortsetzen können."

Lob von Luhukay

Es ist eben jene Schnörkellosigkeit, mit der Peter Pekarik spricht, die auch sein Spiel auszeichnet. Zwar war das Zusammenspiel mit seinem Vordermann Marcel Ndjeng in der Offensive noch deutlich ausbaufähig (Pekarik kam lediglich auf zwei Flanken), doch in der Defensive verlor der 42-malige Nationalspieler kaum einen Ball. Das sah auch sein Trainer Jos Luhukay so, der immer wieder den Kontakt zu Pekarik an der Seitenlinie suchte: "Er hat ein ordentliches Spiel gemacht", sagte der 49-Jährige. "Defensiv hat er uns ein Stück mehr Stabilität gebracht."

Bei Hertha ist man erleichtert, dass die Last-Minute-Verpflichtung Wirkung zeigt. So sagte Manager Michael Preetz: "Peter hat ein gutes Debüt gespielt. Man hat gesehen, dass er ein abgeklärter Spieler ist. Ich bin mir sicher, dass er unser Problem hinten rechts beheben wird."