Eishockey

Felskis Last mit der Lust

Der Eisbären-Stürmer würde mit 37 Jahren gern noch weiterspielen, doch der Körper streikt vorerst

- Manchmal schaut er vorbei. Aber dann steht er nur am Rand, sieht den anderen zu, wie sie trainieren. Sven Felski stand selbst schon lange nicht mehr auf dem Eis, kein einziges Mal in der Vorbereitung machte er mit beim EHC. Der Körper macht nicht mit. Mit bald 38 Jahren ist das bei einem Profisportler nichts Ungewöhnliches. Felskis Knie streikt, er weiß nicht, ob er überhaupt noch einmal mitmachen kann.

Eigentlich ist es aber auch gut. Hinter Felski liegen genau 20 Profijahre, 20 Jahre als die Figur seines Klubs, bei dem er seine gesamte sportliche Laufbahn verbrachte. Diese Jahre erlebten am 24. April einen Kulminationspunkt, im fünften und entscheidenden Finalspiel gegen Mannheim stand Sven Felski zum 1000. Mal für den EHC auf dem Eis. In dieser Partie wurde er zum sechsten Mal Deutscher Meister. Welcher Zeitpunkt sollte besser sein, um die Karriere zu beenden?

Besser wird wohl keiner mehr sein, trotzdem: "Ich habe schon noch Lust zu spielen", sagt der Stürmer im Krankenstand. Und es spricht auch nichts dagegen, den Mann noch spielen zu lassen. Gut, der brillante Läufer ist nicht mehr der Schnellste der Liga. Aber Felski konnte eben nicht nur rennen, er hat auch feine Hände und Übersicht - und Erfahrung. All das half ihm, die vergangene Saison als viertbester Torschütze (12 Treffer) seines Teams abzuschließen. Felski ist immer noch wertvoll.

Sie könnten ihn aber auch deshalb gebrauchen, weil ohne ihn gar keiner mehr da wäre von der alten Garde. Felski hat die Hoffnung auch noch nicht aufgeben. "Aber im Moment ist es nicht abzusehen. Ich muss die Ergebnisse abwarten und dann entscheiden", sagt er. Sein Knie wurde untersucht, die Resultate lassen auf sich warten. Derzeit steht sogar ein Eingriff im Raum, doch niemand kann sagen, ob sich etwas verbessern würde.

Das ist Felski alles zu unsicher. Er hat gesehen, wohin übertriebener Ehrgeiz einen bringen kann. Das ist noch gar nicht lange her. Fast ein Jahr brauchte Denis Pederson, bis er nach einem Riss des hinteren Kreuzbandes wieder zurückkehrte. Es reichte für zweieinhalb Spiele, dann wurde der Schmerz zu groß, Pederson musste weiter behandelt werden, wirklich besser wurde es nicht. Bis heute verfolgen ihn die Nachwirkungen. "Auf so etwas habe ich keine Lust. Ich möchte auch in ein paar Jahren noch alles machen können", sagt Felski. Bis nicht geklärt ist, ob Spätfolgen auszuschließen sind, wird er nicht wieder anfangen, sein Knie mit Profisport voll zu belasten.

Je länger die Zeit des Wartens dauert, desto geringer werden die Chancen. Ausmachen würde es nichts, könnte er nicht mehr spielen. Jedenfalls für seine berufliche Zukunft. Da ist längst alles geregelt.

Einer wie er bleibt natürlich im Klub. Wo genau? "Festlegen will ich mich noch nicht, ich möchte überall mal reinschnuppern", sagt Felski. Den Trainerschein hat er schon, da wäre was möglich.

Managerjob reizt mehr als Trainer

Aber er möchte sich auch die Management-Ebene anschauen, bei Peter John Lee, dem Manager der Eisbären, ein bisschen in die Lehre gehen. Den kaufmännischen Bereich von Billy Flynn will Felski ebenso kennenlernen. Das Unternehmen Eisbären bietet genügend Möglichkeiten.

Schön für ihn, dass er es auch nach der Karriere so einfach hat. "Das läuft aber alles nicht weg", sagt Sven Felski. Der Sport dagegen, so wie er ihn bisher kannte, der verabschiedet sich langsam von ihm. Auf seinem Konto in der DEL stehen jetzt 927 Spiele. Diese 1000 wird er kaum erreichen, dazu müsste er auch im September 2013 wieder in die neue Saison starten. Aber das ist so weit weg, daran denkt Felski wirklich nicht. Diese 1000 wäre dann auch nicht wieder auf den Gewinn einer Meisterschaft zu legen.