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Evi Sachenbacher startet mutig in ihr neues Leben als Biathletin

Im Training war sie im Sommer schon die beste Deutsche

Evi Sachenbacher-Stehle wagt es wirklich. Schon an diesem Wochenende ist die Langlauf-Olympiasiegerin erstmals als Biathletin im Einsatz - bei der auf Skirollern ausgetragenen Deutschen Meisterschaft in Altenberg. "Im Training klappt es schon ganz gut, aber wie das dann mit entsprechender Nervosität und Stress funktioniert, wird sich zeigen", sagt die Bayerin aus Reit im Winkel.

Tipps von Magdalena Neuner für das neue Sportlerleben hat sich Evi Sachenbacher-Stehle noch nicht geholt. "Das wird sich in den nächsten Monaten sicher mal ergeben", erzählt die Blondine, die seit geraumer Zeit noch früher aus den Federn muss. "Im Moment klingelt bei mir der Wecker als Biathletin definitiv früher, da das ganze Schießtraining noch hinzukommt. Da bleibt noch weniger Zeit für andere Dinge. Aber es macht auch tierisch viel Spaß."

Sotschi 2014 ist ihr Traum

Nach ihrem Wechsel zu den Skijägern hat die 31-Jährige noch einen großen sportlichen Traum: "Bei den Olympischen Spielen in Sotschi als Biathletin am Start zu stehen." Zwei Winter hat die Sportlerin aus Reit im Winkl Zeit, um sich in Olympia-Form zu bringen. Etwas überraschend gewann sie in diesem Sommer die Leistungskontrolle der deutschen Biathleten. Überbewerten will sie das aber nicht: "Na ja, wenn ich da nach einem halben Jahr schon mithalten könnte, wäre das natürlich schön. Ganz so weit ist es noch nicht, aber es wird Schritt für Schritt besser."

Eine gelungene Premiere in Altenberg wäre auch willkommen. "Noch hält sich die Aufregung in Grenzen. Aber ich schätze, spätestens wenn ich am Schießstand stehe, wird sie sich bemerkbar machen. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und freue mich riesig darauf!", sagt die Bayerin.

Hohe Ziele steckt sich die Langlauf-Olympiasiegerin von 2002 und 2010 erst einmal nicht. "Im Training klappt es schon ganz gut. Aber wie das dann mit entsprechender Nervosität und Stress funktioniert, wird sich zeigen", sagt sie. Mit ihrem Experiment wähnt sich Evi Sachenbacher-Stehle auf dem richtigen Weg - auch weil es ihr die Biathletinnen einfach machen. "Es ist eine tolle Mannschaft und ich fühle mich sehr wohl!" In einer harmonischen Umgebung, zuletzt war das unter dem damaligen Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle nicht mehr der Fall, blüht sie auf - das war immer so.

"Völlig abgehakt hab' ich den Langlauf natürlich nicht", sagt die zweimalige Olympiasiegerin und dreimalige Silbermedaillengewinnerin. Wenn sie das Team läuferisch unterstützen könne, sei es durchaus möglich, dass sie auch mal ein Langlaufrennen bestreite. Diese Durchlässigkeit zwischen Langlauf und Biathlon ist mittlerweile gewünscht vom Deutschen Skiverband. Nicht umsonst kommt der neue Langlauf-Cheftrainer Frank Ullrich aus dem Biathlon-Lager - er war Olympiasieger und Weltmeister.

Schon im vergangenen Winter war Evi Sachenbacher-Stehle mit den Biathleten im Trainingslager im finnischen Muonio - da hat es Klick gemacht. Fünf Schuss, fünf Treffer. "Wenn es da nicht so gut geklappt hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, das mal ganz ernsthaft in Angriff zu nehmen."

Ob sie in diesem Winter den Sprung ins Weltcup-Team schafft, darüber macht sich die Bayerin "jetzt noch keine Gedanken". Sie lerne im Moment in jedem Training etwas Neues dazu und versuche sich nach und nach zu verbessern. "Für welche Wettkämpfe es dann letztendlich reicht, wird man sehen. Das ist diesen Winter aber auch noch nicht entscheidend."