Spielpartie

Zwei Berliner für Unions Flügel

Warum Christopher Quiring und Björn Jopek große Hoffnungen für das Spiel in Ingolstadt sind

- Plötzlich ging an der Alten Försterei gar nichts mehr. Sowohl die Lautsprecheranlage als auch das Licht hatten im Pressecontainer einfach ihren Dienst quittiert. Der Ausfall der Technik passt zur momentanen Situation beim 1. FC Union: Es gibt jede Menge zu reparieren, nicht nur für die Techniker, sondern auch für den Trainer des Fußball-Zweitligisten. Mit einem Unterschied. Während das Equipment erst nächste Woche wieder einsatzbereit sein muss, bleiben Uwe Neuhaus nur noch heute und morgen, um für das Spiel beim FC Ingolstadt (Freitag, 18 Uhr) eine gesunde und zugleich schlagkräftige Elf zusammenzustellen.

Michael Parensen (Haarriss in der Wade), Patrick Kohlmann (Erkältung), Patrick Zoundi (Muskelfaserriss) und Björn Kopplin (Schambeinentzündung) fehlen in jedem Fall, Kapitän Torsten Mattuschka (Schultereckgelenkprellung), Felipe Gallegos (Muskelfaserriss) und Christopher Quiring (Pferdekuss) sind mehr oder weniger fraglich. Die Entscheidung, wer auflaufen kann, wird "wahrscheinlich erst Freitagmittag fallen", sagte Neuhaus.

Die größte Hoffnung aus dem Trio der Wackelkandidaten liegt auf Quiring. Der 21-Jährige trainiert bereits wieder mit. Auf der anderen Seite wartet angesichts des Parensen-Ausfalls und des Gallegos-Fragezeichens ebenfalls ein Kicker aus dem eigenen Nachwuchs auf seine Bewährungschance. Björn Jopek (19). Quiring auf rechts, Jopek auf links - versucht es der Tabellen-16. in Ingolstadt mit der Berliner Flügelzange?

Es wäre zumindest eine Variante, die dazu beitragen könnte, aus dem Tabellenkeller herauszukommen. Beide Spieler eint nicht nur jene Unbekümmertheit auf dem Platz, die den Köpenicker Kickern zuletzt so gefehlt hat. Sowohl Quiring als auch Jopek sind flink und bringen zudem ein gewisses Maß an technischen Fähigkeiten mit. All dies in Kombination ist eine gute Mischung, um die Außenbahnen neu zu beleben.

Ganz zu schweigen davon, dass bei den zwei Berlinern die Leistungskurve nach oben zeigt. "Quiring macht immer Meter und geht bis nach vorne in den Sechzehner", sagte Trainer Neuhaus. Mit ein Grund dafür, warum dem Flügelflitzer im Derby gegen Hertha BSC der Union-Treffer gelungen sei. "Wenn die Stürmer schon nicht treffen, dann braucht man solche Leute", so Neuhaus. Außerdem hat sich Quiring durch die zwischenzeitliche Verbannung auf die Bank nicht aus der Bahn werfen lassen. "In der Vorbereitung hatte Zoundi die Nase vorn", erklärte der Coach. Und Quiring weiß, was er zu tun hat: "Ich muss jetzt einfach dranbleiben, um weitere Chancen zu bekommen und diese dann auch nutzen. Wir brauchen endlich Punkte, und ich will dazu beitragen, sie zu holen." Eine Einstellung, die dem Trainer gefallen wird.

Jopeks Arbeitsnachweis in Liga zwei ist zwar leicht zusammenzufassen: 90 Minuten am zweiten Spieltag gegen Eintracht Braunschweig (0:1). Doch die haben schon ausgereicht, um auf sich aufmerksam zu machen. Gegen die Niedersachsen sei seinerzeit die Überlegung gewesen, "über die spielerische Variante besser nach vorn zu kommen", ließ Neuhaus wissen. Eine Maßnahme, die auch in Ingolstadt funktionieren könnte. Zumal die Alternative Gallegos nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist. Und am Freitag wird es vor allem auf eines ankommen: "Ich brauche eine Mannschaft, die fit ist", sagte Neuhaus.