Nihad Djedovic

Albas Neuer redet gleich nach der Landung vom Titel

Wenn er so spielt wie in den vergangenen Wochen in der EM-Qualifikation für Bosnien-Herzegowina, dann wird Nihad Djedovic das Spiel der Basketballer von Alba sicherlich maßgeblich prägen.

- Coach Sasa Obradovic dürfte erleichtert gewesen sein, dass sein Guard gestern zwar hundemüde, aber unversehrt in Berlin landete. Denn Djedovic spielte in der Nationalmannschaft im Schnitt 36 Minuten und war mit 16 Punkten pro Spiel maßgeblich daran beteiligt, dass sich sein Team für die EM qualifizierte.

"Es gab keine andere Möglichkeit, weil auf meiner Position wegen Verletzungen kein anderer zur Verfügung stand", erklärt Albas Neuer, der mit seinen 22 Jahren auf der Position des Shooting Guards als eines der Toptalente in Europa gilt. Damit, sich bei Alba mit weniger Spielzeit zufrieden geben zu müssen, hat er kein Problem. Er weiß: "So um die 25 Minuten sind perfekt, wenn man unter beiden Körben aggressiv spielen will."

Djedovic sagt all das in Englisch. Bis er es auch wieder auf Deutsch kann, ist wohl nur eine Frage der Zeit. "Ich habe von 1990 bis 1997 in München gelebt, als in meiner Heimat Krieg war", erklärt er, "bin dann aber mit meiner Familie zurück nach Sarajevo gegangen. Wenn jemand Deutsch spricht, verstehe ich jedenfalls alles."

Das hat er allen anderen Zugängen Albas mit Sicherheit voraus, was ihm aber eher im privaten Bereich zugute kommen wird, denn die Umgangssprache im Team ist - wie im Basketball üblich - Englisch. Vorgesehen war, dass er heute den ersten Anglizismen Obradovics lauscht. Djedovic wollte aber unbedingt - Müdigkeit hin, Müdigkeit her - schon gestern Abend mit seinem neuem Team trainieren. "Ich bin in Form und fit, der Rest ist eher ein mentales Problem. Ich will hart trainieren und tun, was der Coach sagt. Dann werde ich auch schnell ins Team finden."

Der junge Mann aus Bosnien spielte vergangene Saison für Lottomatica Rom in der Euroleague, bevor er den Rest der Saison für Galatasaray Istanbul auflief - und für beide Teams trotz seiner jungen Jahre mehr als 25 Minuten pro Spiel. "Ich will mit Alba die Meisterschaft zurück nach Berlin holen und mich hier weiter entwickeln", sagt Djedovic. "In Europa können wir es in die Top 16 schaffen, vorausgesetzt, die Chemie in der Mannschaft stimmt." Der erste Eindruck: an ihm soll es nicht liegen.