Leichtathletik

BerlinMan-Triathlon: Riesiger Andrang im Grunewald

Wannsee und Havelchaussee locken 1600 Starter an

Der Parkplatz vor dem Strandbad Wannsee sieht an diesem Wochenende befremdlich aus. 1000 Quadratmeter Kunstrasen werden dort ausgelegt und Fahrräder, sehr viele Fahrräder werden bereitstehen. Dort ist die Wechselzone für den BerlinMan-Triathlon. Insgesamt über 1600 Ausdauersportler starten über die Jedermenschdistanz (Sonnabend, 9 Uhr), bei der 750 Meter Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen zu absolvieren sind. Am Sonntag (8 Uhr) steht zudem der Wettkampf über die Mitteldistanz (2,2 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad, und 20 Kilometer Lauf) an.

Das klingt viel, ist jedoch noch zu wenig, wenn man den Präsidenten der Berliner Triathlon-Union, Sven Alex, hört: "Allein für den Sonnabend hatten wir rund 3000 Bewerbungen, aber dafür ist einfach nicht genug Platz", sagt er betrübt.

Schon vor zwei Monaten war das Rennen ausgebucht. Kein Wunder, gereicht doch die Streckenführung jedem Reiseführer zur Ehre: Das Schwimmen findet im Wannsee statt; das Radfahren auf der beliebten Havelchaussee und das Laufen im Grunewald auf Waldwegen. Natürlich freut Sven Alex das riesige Interesse, nicht nur von Auswärtigen: "Das steht auch für die starke Nachwuchsarbeit in Berlin. Triathlon nimmt eine tolle Entwicklung."

Noch ist sein Landesverband klein, hat aktuell 1300 Mitglieder in 22 Vereinen. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Dreikämpfer indes um rund zehn Prozent, wie Alex sagt. Bei den verschiedenen Rennen in der Hauptstadt wurden immerhin 10.000 Teilnehmer gezählt. Und es gibt sogar schon einige Spitzenathleten, wie den Grünauer Gregor Buchholz (25), U23-Weltmeister 2007, oder den Neuköllner Niklas Gärtner (19), ebenfalls Mitglied im deutschen Nationalkader.

Sie sind freilich an diesem Wochenende nicht dabei. Immerhin starten die Mitteldistanz-Titelverteidiger, Julia Leenders (LTC Berlin) und Daniel Gebert (Kassel). "Der BerlinMan ist deutlich eine Breitensportveranstaltung", erklärt Alex, "wir überlassen den kommerziellen Part anderen." Preisgelder, Stars, Antrittsgagen sucht man in Berlin vergebens. "Wir investieren das Geld lieber in die Nachwuchsarbeit. Unser Preisgeld sind ein Pokal und die Ehre."

Gleichwohl soll es Veränderungen geben. Um den Sport vorwärts zu bringen, weiß der Präsident, brauche man "Leuchttürme". Der Hamburg-Triathlon mit seinen 8000 Startern, der teilnehmerstärkste in Deutschland, ist so einer. Der BerlinMan ist aber auch auf gutem Wege. So gibt es Überlegungen, ihn nicht mehr wie bisher nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, sondern jedes Jahr.

Olympia in Rio 2016 als Ziel

Vor allem aber erhoffen sich die Berliner einen weiteren Popularitätsschub durch ihre besten jungen Athleten. "Unser Ziel ist es, Berliner Starter bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio an den Start zu bringen", sagt Alex. Darin ist er sich ganz einig mit Gregor Buchholz: "Ich hatte schon auf London gehofft, aber jetzt ist Rio mein Ziel."