Erfolge

Drei deutsche Goldmedaillen bei den Paralympics

Nikelis, Dietz und Kober in London erfolgreich

- Speerwerferin Birgit Kober, Diskuswerfer Sebastian Dietz und Tischtennis-Spieler Holger Nikelis haben Deutschland bei den Paralympics die Goldmedaillen Nummer sechs bis acht beschert. Im Aquatics Centre schwamm Verena Schott nach einer tollen Aufholjagd auf den zweiten Platz, den auch Marie Brämer-Skowronek beim deutschen Doppelsieg hinter Kober belegte.

Dazu ritten im Dressur-Vierreck Britta Näpel und Angelika Trabert erneut zu Silber und Bronze. Kugelstoßerin Michaela Floeth schaffte es als Dritte im Kugelstoßen ebenfalls auf das Treppchen.

Weltrekord mit dem Speer

"Das ist das Größte, einfach wunderschön. Es ist einfach geil, in diesem Stadion werfen zu dürfen. Ich habe nicht die bestmögliche Leistung gebracht, aber egal, ich habe Gold", sagte Dietz (Ahle) nach seinem Triumph. Zuvor hatte der 27-Jährige, der wie Weitsprung-Sieger Markus Rehm (Leverkusen) von der früheren Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert wird, den Diskus auf die Tagesbestweite von 38,54 m geschleudert.

Im Speerwurf ließ die Leverkusenerin Kober (41) der Konkurrenz keine Chance und steigerte ihren Weltrekord von 25,99 auf 27,03 Meter. Den deutschen Doppelsieg machte die 21-jährige Brämer-Skowronek (Haldensleben) mit 20,43 Meter perfekt. Als Bonus gab es für die deutsche Leichtathletik-Mannschaft dann noch Bronze für Sydney-Olympiasiegerin Floeth. Die 43 Jahre alte Leverkusenerin musste sich mit der Kugel nur den Chinesinnen Yao Juan und Yang Yue beugen.

Mit einer großartigen Vorstellung eiferte Nikelis dem Solinger Jochen Wollmert nach und ergatterte wie der 47-Jährige an der Tischtennis-Platte die Goldmedaille. Beim 3:1-Sieg über den Franzosen Jean-Francois Ducay hatte der 34-Jährige, der bereits 2004 in Athen gewonnen hatte, nur im dritten Satz leichte Probleme. "Das ist fantastisch. Ich kann das noch gar nicht fassen. Er war der schwerste Gegner im Turnier", sagte der querschnittsgelähmte Kölner.

Silber für Schott nach Babypause

Ein Deja-vu erlebten Britta Näpel (Wonsheim) auf Aquilina 3 und Angelika Trabert (Dreieich) auf Ariva-Avanti im Greenwich Park. Die beiden Reiterinnen mussten sich in der Kür wie schon in der Championatsprüfung hinter der Britin Natasha Baker einordnen. Die Berlinerin Schott, seit 2002 inkomplett querschnittsgelähmt, zündete über 200 Meter Lagen auf der abschließenden Kraulbahn den Turbo und schob sich vom fünften noch auf den zweiten Platz. Lediglich Lokalmatadorin Eleanor Simmonds war schneller. "Ich habe nichts erwartet, weil ich erst seit Oktober trainiere", sagte die 23-Jährige. Schott hatte 2011 ihren Sohn Lean bekommen.