Beachvolleyball

Vom Sieg im Sand in den Urlaub am Strand

Holtwick/Semmler gelingt ein grandioses Saisonfinale

- Es war der größte Erfolg ihrer Karriere: Berlins Beachvolleyball-Duo Katrin Holtwick und Ilka Semmler gewann auf der finnischen Insel Aland sein erstes Weltserien-Turnier. Dass gemeinsame Freude gemeinhin doppelte Freude ist, konnten beide aber nicht lange auskosten. Denn dass sich beide bis ins letzte Spiel des Turniers vorkämpfen und dieses dann auch noch gewinnen würden - damit hatten selbst sie nicht gerechnet. Die gebuchten Urlaubsflüge drängten, bei Ilka Semmler ganz besonders, denn sie flog bereits am Montagmittag nach Kuba, reiste unmittelbar nach der Siegerehrung ab.

"Na klar" würde sie sich in Kuba nach der langen Beach-Saison an den Strand legen, erzählt Semmler. "Aber einen Ball fasse ich in den ersten Tagen sicherlich nicht an." Die vorübergehende Trennung von Katrin Holtwick in der Stunde des größten Triumphes sei auch auf jeden Fall einvernehmlich geschehen. Die Pause bis Anfang Oktober wollen beide dazu nutzen, "Zeit mit Freunden und den Familien zu verbringen, die das ganze Jahr über viel zu kurz kommen".

Feier mit den Gegnerinnen

Katrin Holtwick übernachtete noch auf Aland und fand es zwinkernd "schon ein wenig komisch, so einen besonderen Moment allein feiern zu müssen. Ich bin dann noch mit den Schweizerinnen, mit denen wir sehr gut befreundet sind, und den Spanierinnen, gegen die wir im Finale gespielt haben, Essen gegangen", erzählt Holtwick. "Ausgeartet" sei es aber nicht, dazu sei das Nachtleben auf Aland "zu überschaubar". Auch sie macht sich am heutigen Dienstag auf Richtung Westen, zieht aber eher den Norden vor. In Kanada wird sie mit ihrem Mann, Bundestrainer Elmar Harbrecht, umherfahren, "bis nach Neufundland".

Die beiden Berlinerinnen sind nach Stephanie Pohl und Okka Rau, die 2008 das Turnier in Marseille gewannen, erst das zweite deutsche Damen-Duo, das in der Weltserie auf dem Treppchen ganz oben stand. "Im allerersten Moment war da einfach nur pure Freude", erzählt Semmler. Mit ein wenig mehr Distanz ist sie "jetzt auch wirklich stolz drauf".

Seit den Olympischen Spielen, bei denen Holtwick/Semmler Neunte wurden, erspielten beide nur noch Podestplätze. Rang drei beim Weltserienturnier in Polen, danach der nationale Meistertitel am Timmendorfer Strand. Die Krönung war jedoch das 2:1 im Finale von Aland gegen die Spanierinnen Elsa Bazquiero und Liliana Fernandez.

Ein untypisches Saisonende

Die Frage, ob der Leistungshöhepunkt eventuell ein wenig spät in der Saison gekommen sei, beantwortet Semmler mit einem klaren "Nein. Ich glaube nicht, dass wir in London schlechter in Form waren, als wir es jetzt sind", erklärt sie, die den Strand auch ohne Ball liebt. "Olympia ist etwas ganz Besonderes, und man muss auch sagen, dass die Turniere nach Olympia nicht ganz so gut besetzt waren. Da haben aus den Top fünf schon einige gefehlt." Sie könne auch nicht sagen, warum es gerade jetzt so gut läuft, sagte sie lachend, "denn das ist für uns auch eher untypisch. Meistens ging bei uns zum Saisonende die Formkurve nach unten."

Bis Anfang Oktober wird die Kurve zum Strich. Nach dem Sieg in Finnland sei schon "eine große Anspannung abgefallen", erzählt Holtwick. "Plötzlich habe ich gemerkt, wie müde ich bin. Die Pause haben wir scheinbar dringend nötig, um in den Urlaub zu fliegen." Beide werden auf Kuba und in Kanada für 14 Tage ihrer Wege gehen. "Danach werden wir uns sicherlich sehen, aber noch nicht wieder miteinander trainieren", erzählt Semmler. Zuvor warten "noch willkommene Abwechslungen", dann stehen PR-Fernsehtermine Stefan Raabs "TV total Turmspringen" an.

Ernst wird es im Sand und mit wieder vereinten Kräften erst vom 23. bis 28. Oktober beim Weltserien-Turnier im thailändlichen Bang Saen. Die Saison endet dann im Mutterland des Beachvolleyballs, beim World Cup Final Anfang November in Rio de Janeiro.