Paralympics

Unfähige Kampfrichter sorgen in London erneut für Ärger

Marianne Buggenhagen hat bei ihrer sechsten Paralympics-Teilnahme mit Silber im Kugelstoßen ihre insgesamt 13.

- Medaille gewonnen. Doch die Zuschauer im proppevollen Olympiastadion staunten nicht nur über die 59 Jahre alte Berlinerin, am meisten beklatscht wurde der 200-Meter-Weltrekord von Südafrikas Stelzenläufer Oskar Pistorius (21,30 Sekunden).

Doch kaum einer sah die Tränen von Claudia Nicoleitzik, die Opfer eines Kampfrichterskandals geworden war, wie ihn Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf so schon bei Olympia erlebt hatte.

Zunächst hatten die Kampfrichter fälschlicherweise die als Vierte ins Ziel gekommene Nicoleitzik disqualifiziert. Nach einem Einspruch des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) disqualifizierte der Weltverband IPC erst die Falsche der beiden Argentinierinnen, schließlich die Richtige und am Ende des Tages einfach beide. "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Und ich muss jetzt auch keine Angst mehr haben, dass man sie mir wieder wegnimmt", sagte die an Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination) erkrankte Saarländerin, die beim Lauf von einer Gegnerin blockiert worden war. DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher schlug auf der Tribüne immer wieder die Hände über dem Kopf zusammen und konnte kaum glauben, was er dort zu sehen bekam. "Eigentlich darf so etwas nicht sein. Das sind die Weltspiele des Behindertensports, da muss ich anständige Kampfrichter erwarten können. Aber deren Qualität ist anscheinend nicht durchgängig die allerbeste. Ein bisschen Sachverstand muss schon vorhanden sein."

Ist es offenbar aber nicht immer. So musste die ukrainische Diskuswerferin Maria Pomasan ihre Goldmedaille Stunden nach der Siegerehrung wieder abgeben, weil der Computer angeblich etwas falsch umgerechnet hatte.