2. Bundesliga

Union macht in Sandhausen den Fehlstart perfekt

Irgendwann musste Uwe Neuhaus einsehen, dass seine Vorstellungen nicht greifen würden.

- Mit einem Stürmer und zwei Spielern in der Mittelfeldzentrale ließ der Trainer des 1. FC Union beim SV Sandhausen beginnen. Doch in der 58. Minute stellte der Fußballlehrer um, Union kam in immer größere Schwierigkeiten gegen den Zweitliga-Aufsteiger, lag schon 0:1 zurück. Zwei Angreifer sollten es nun richten, doch den Berlinern gelang weiterhin kaum etwas. Sie verloren letztlich 0:2 (0:1) in Sandhausen, das den ersten Zweitliga-Erfolg der Vereinsgeschichte feierte, und blieben auch im dritten Ligaspiel der Saison ohne Sieg.

Für die Köpenicker hatte die Woche mit dem Pokalsieg beim Viertligisten Rot-Weiß Essen (1:0 n.V.) noch glücklich angefangen, nun aber ist der Start in die Liga gründlich verpatzt. Mit lediglich einem Punkt rutschte Union sogar auf Relegationsplatz 16 ab, womit die Realität den Ansprüchen weit hinterherhinkt. Schließlich wollen die Berliner mindestens Platz sieben erreichen.

Allerdings war es meistens recht hilflos, was die Mannschaft von Neuhaus ablieferte. Zwar begannen die Berliner ordentlich, hatten mehr Ballbesitz, auch Struktur und Chancen. Eine davon hätte Simon Terodde zum 1:0 verwandeln müssen, doch der Ball kam sehr zufällig zu ihm, weshalb er aus Nahdistanz verzog (20.). Mit der ersten guten Gelegenheit für die Gastgeber aber, die Frank Löning per Kopf zur Führung nutzte, verlor Union die Linie. "Wir wussten, dass sie tief stehen würden, und nach dem Gegentor wird es dann doppelt schwer", sagte Kapitän Torsten Mattuschka, der in der Liga erstmals von Beginn an spielte. Nach vorn lief anschließend nicht mehr viel zusammen, und in der Defensive fiel die Mannschaft zusehends auseinander. Sandhausen kam zu einigen gefährlichen Angriffen, das 2:0 durch Jan Fießer war folgerichtig (71.).

Bei den Berlinern hinterließ der Ausfall des neuen Innenverteidiger-Duos Fabian Schönheim (Adduktoren) und Roberto Puncec (Bluterguss) deutliche Spuren, oft verlor die Hintermannschaft die Zuordnung und die Gegenspieler aus dem Blick. "Wir haben alles gegeben, es hat nicht gereicht. Das ist beschissen", so Mattuschka. Vor allem, weil die Köpenicker gegen Hertha im Derby-Heimspiel am Montag in einer Woche damit schon enorm unter Druck stehen.