Favoritensterben

Pokalrekord: Sechs Erstligisten scheitern in der ersten Runde

Greuther Fürth, Hoffenheim, Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt und Bremen - sechs Bundesligisten dürften nach ihrem peinlichen Aus in der ersten Runde des DFB-Pokal eine aufregende Woche vor dem Bundesligastart am kommenden Wochenende haben.

- Nachdem bereits am Sonnabend Greuther Fürth (0:2 in Offenbach) und vor allem Hoffenheim beim 0:4 gegen den Berliner Viertligisten BAK eine Blamage erlitten hatte, war am Sonntag der Hamburger SV die größte Lachnummer der Nation. Beim Drittligisten Karlsruher SC unterlagen die Hansestädter 2:4, boten eine komplett desolate Vorstellung. Stoll (78.) und Soriano (86.) schossen die entscheidenden Treffer für die Badener, die über sich hinauswuchsen und die Hanseaten niederkämpften. Im Glutofen Wildpark-Stadion hatten die Hamburger am Ende nichts mehr zuzusetzen und schieden nicht einmal unverdient aus. Beim HSV wurden Erinnerungen an die großen Pokalpleiten gegen den VfB Eppingen (1974) und SC Geislingen (1984) wach. Stürmer Berg (24.) und Beister (45.+1) hatte den HSV vor 16.138 Zuschauern sogar zweimal in Führung geschossen, ehe van der Biezen (31.), Alibaz (58.), Stoll und Soriano vor 16.138 Zuschauern noch die Wende zugunsten der Badener erzwangen. Purer Frust dann beim HSV. "Der KSC hat auch ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen", lobte HSV-Coach Thorsten Fink. Kapitän Heiko Westermann ahnt, dass die Woche anstrengend wird. Kann sein...

Kurios, auch Nürnbergs Trainer Dieter Hecking lobte nach dem 2:3 beim viertklassigen TSV Havelse den Gegner. "Das war von uns viel zu wenig, Havelse war einfach besser. Vielleicht haben wir uns nach der frühen 1:0-Führung zu sicher gefühlt. Selbst nach unserem Ausgleich zum 2:2 waren wir nicht mehr in der Lage, das Spiel zu drehen. Das war sehr enttäuschend!" Wohl wahr. Kaum verwunderlich, dass Frankfurts Coach Armin Veh nach dem 0:3 in Aue vor allem mehr Leidenschaft beim Gegner erkannte. Insofern scheint die Einstellung des Rekords von sechs Erstligadeppen in Pokalrunde eins aus der Saison 1987/88 nur folgerichtig zu sein.