Interview

"Ein Derby gegen Hertha oder Union würde uns Spaß machen"

Jens Härtel, Trainer des BAK, über die Pokalsensation gegen Hoffenheim und deren Bedeutung für den Regionalligisten

- Man darf ihn ruhigen Gewissens als Vater des Erfolges bezeichnen. Jens Härtel (43), der Trainer des Berliner AK, hat den Regionalligisten zu dem gemacht, was er derzeit ist: die dritte Macht im Berliner Fußball. Nach dem Sprung in die zweite DFB-Pokalrunde gab sich der BAK-Trainer und ehemalige Fußballprofi (u.a. 1. FC Union, FSV Zwickau) verhalten euphorisch.

Herr Härtel, erklären Sie bitte, wie es zu dieser Sensation kommen konnte.

Jens Härtel:

Es hat einfach alles zusammengepasst. Jeder hat seine Leistung abgerufen und das umgesetzt, was verlangt wurde. Und die frühe Führung hat uns natürlich Sicherheit gegeben, die man in so einem Spiel auch braucht. Meine Mannschaft kann feiern, das hat sie sich absolut verdient.

Trotzdem feiern Sie nicht mit der Mannschaft. Warum nicht?

Ich denke, wenn ein Trainer bei so einer Feier dabei ist, dann wird es meist nicht so lustig, als wenn er nicht dabei ist. Ich habe das schon immer so gehalten.

Was bedeutet dieser Erfolg für die Entwicklung des Vereins?

Das ist natürlich eine Sensation. Und es freut mich, dass wir damit mal aus dem Schatten der großen Klubs heraustreten konnten. Das ist ein einmaliges Erlebnis, und wir werden es genießen.

Und was bedeutet der historische Sieg für Sie persönlich?

Es ist immer schön, wenn man einen solchen Erfolg feiern kann. Aber das ist auch nur eine Momentaufnahme.

Sie wirken dennoch relativ gefasst, so als ob Sie fast schon mit einem Weiterkommen gerechnet haben.

Nein, ganz und gar nicht. Es wäre auch arrogant, wenn ich so als Trainer an die Sache rangehen würde. Und es ist ja emotionell doch etwas anderes, wenn man sich praktisch schon eine Viertelstunde lang auf den Abpfiff und das Weiterkommen vorbereiten kann, als wenn die Entscheidung erst kurz vor Schluss oder in der Verlängerung fällt.

Aber?

Man muss die Kirche auch im Dorf lassen. Wir müssen uns auf die Meisterschaft konzentrieren, das ist unser Brot und Butter. Am nächsten Sonnabend wartet mit dem FSV Zwickau der nächste schwere Gegner auf uns. Da müssen wir wieder hellwach sein.

Wen wünschen Sie sich denn jetzt als nächsten Gegner im DFB-Pokal? Oft bekommt man ja Bayern München, so sie denn weiterkommen, oder Borussia Dortmund als Antwort...

Also ein Lokalderby gegen Hertha BSC oder den 1. FC Union würde uns sicherlich auch Spaß machen.