EHC Eisbären

Dauerkartenrekord für die Welteroberer

Der deutsche Meister EHC startet am Wochenende mit zwei Heimspielen gegen Pilsen und Brünn in die European Trophy

- Ihre Vormachtstellung in Deutschland pflegen die Eisbären aus Berlin seit langem. Im April erst feierten sie den sechsten Meistertitel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in den vergangenen acht Jahren. Derart viel Dominanz verschafft Aufmerksamkeit, selbst dort, wo es kaum zu vermuten wäre. Ziemlich stolz waren die Berliner, als sie kürzlich eine Anfrage aus dem Auswärtigen Amt erhielten. Weil Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Auslandsreisen stets Geschenke verteilt und ihre aktuelle Tour sie ins Eishockeyland Kanada führte, wurde der Klub um zwei Trikots gebeten. Seit Donnerstag laufen nun die Bilder um die Welt, auf denen Merkel dem kanadischen Premier Stephan Harper das Textil überreicht. Jetzt erobern die Eisbären also schon die Welt.

Sportlich würde Europa ihnen aber erst einmal genügen. Kaum eine Woche zurück im Training starten die Eisbären am Freitag gegen den HC Pilsen (19.30 Uhr) und am Sonntag gegen Kometa Brünn (16.30 Uhr, beide O2 World)) in die European Trophy. "Wir haben das große Ziel, sie zu gewinnen", sagt Trainer Don Jackson sehr selbstbewusst. Seine Eindrücke von der Mannschaft hätten ihn sehr zufrieden gestimmt. "Wir haben hart gearbeitet", so der US-Amerikaner.

Erstmals werden die Berliner alle ihre Gruppenspiele in der O2 World austragen. Bislang reisten sie oft in Sachsen herum, doch nun soll alles noch ernsthafter werden. Der ganze Wettbewerb steigt in der Wertigkeit. In der dritten Auflage erhöht sich die Zahl der teilnehmenden Klubs von anfangs 18 über dann 24 auf nun 32 aus sieben Ländern. Außerdem finden viele Spiele jetzt übergreifend in den nationalen Ligen hinein statt. Die Eisbären etwa bestreiten das letzte ihrer acht Gruppenspiele am 23. Oktober in Lulea/Schweden. Jeweils die beiden Ersten der vier Achtergruppen der Trophy, in der neben den Eisbären und Mannheim nun auch Ingolstadt und Hamburg als deutsche Vertreter mitwirken, qualifizieren sich für das Finalturnier vom 13. bis 16. Dezember.

Die Resonanz auf die Erweiterung der Trophy spürt Peter John Lee schon. "Vor allem in Skandinavien bringt das noch mehr Aufmerksamkeit", sagt der EHC-Manager, der stark in die Entwicklung des Wettbewerbs involviert ist. Ziel ist weiterhin die Etablierung eines kontinentalen Klub-Wettbewerbs parallel zu den nationalen Ligen - in Anlehnung an die Champions League im Fußball. "Die Gespräche mit der russischen Liga und dem Weltverband laufen. Aber wir brauchen etwas für viele Klubs, nichts für wenige", so Lee.

Die Interessen aller zu vereinen ist schwierig, russische Klubs fehlen weiterhin. Allerdings dient die erneute Expansion der Trophy als gutes Beispiel, dass das Vorhaben funktionieren kann. Die Berliner treffen neben Pilsen, Brünn und Lulea noch auf Salzburg, Ceske Budejovice, Hamburg, Oulu - die letzen beiden gibt es in der O2 World zu sehen. "Für die Fans ist das eine schöne Sache", sagt Lee. Die Anhänger haben offenbar wieder richtig Lust auf Eishockey, einen Monat vor DEL-Start sind bereits 4126 Dauerkarten verkauft - Klubrekord für die Eisbären, die nun vielleicht auch ein paar prominente Fans mehr haben.