Basketball

Alba: Obradovic muss auf wichtige Spieler verzichten

Höhepunkt der Vorbereitung ist Partie gegen München

- Mit gemischten Gefühlen machten sich die Basketballprofis von Alba Berlin gestern auf ins Trainingslager. Per Flugzeug bis Salzburg, dann weiter im Bus ins slowenische Kranjska Gora, wo die Spieler unter der Anleitung des neuen Trainers Sasa Obradovic ordentlich ins Schwitzen kommen werden. "Es muss eben sein", sagt Zugang Nathan Peavy, "da werden die Grundlagen gelegt, damit es eine gute Saison wird." Denn das ist natürlich das Ziel. Weil dies in der vergangenen Spielzeit nicht der Fall war, das Team bereits im Play-off-Viertelfinale kläglich mit 1:3 an Würzburg scheiterte, heißt nun der Chefcoach Obradovic und nicht mehr Gordon Herbert.

Es hat sich überhaupt einiges getan auf dem Personalsektor: In Peavy, Vule Avdalovic, Zach Morley, Deon Thompson und Nihad Djedovic kamen gleich fünf Neue, lediglich Heiko Schaffartzik, Yassin Idbihi, Sven Schultze, Joey Ney und DaShaun Wood sind aus dem Vorjahreskader weiter dabei. Einige mussten gehen, wie Derrick Allen, der gestern in Charleroi (Belgien) unterschrieb. Geschäftsführer Marco Baldi erklärt, der Kader sei "erst einmal komplett". Man habe die Spieler nach gewissen Kriterien ausgewählt. In ein paar Wochen werde man sehen, "ob es sinnvoll und notwendig ist", noch einen weiteren Spieler zu verpflichten. "Sasa tendiert zu einem größeren Spieler, aber da haben wir keinen Zeitdruck", erklärt Sportdirektor Mithat Demirel.

Verletzter Idbihi reist mit

Nicht dabei in Kransjka Gora sind Schaffartzik und Djedovic, die mit den Nationalteams von Deutschland und Bosnien und Herzegowina an der EM-Qualifikation teilnehmen. "Es ist hart, dass sie fehlen", ärgert sich Obradovic. "Gerade jetzt, wo wir uns als Team finden wollen." Mitgereist ist hingegen Center Idbihi, der nach einer Sprunggelenkverletzung zwar erst einmal noch nicht mitmachen kann, aber vor Ort intensiv behandelt wird.

In einem Zwölferaufgebot müssen in der Bundesliga von dieser Saison an sechs deutsche Spieler stehen, bisher hat Alba allerdings lediglich vier Einheimische (Schaffartzik, Idbihi, Schultze, Ney) im Kader. Man werde, so Baldi, künftig jeweils mit Nachwuchsspielern auffüllen. Daher sind vier junge Berliner mit nach Slowenien gefahren: Sebastian Fülle, David Herwig, Can-Jonathan Kleiner und Steven Monse. Zudem ist noch Kenneth Ogbe dabei, der allerdings vom Kooperationspartner Urspringschule in Ehingen kommt. Mit Blick auf das Berliner Quartett sagt Demirel: "Wir werden sie langsam heranführen." Jetzt werden sie erst einmal lernen, was ein Trainingslager Marke Obradovic bedeutet.

Mehr Testspiele als früher

Ein signifikanter Unterschied zwischen Herbert und Obradovic lässt sich schon mal in der Vorbereitung erkennen: Während der Kanadier vor einem Jahr nur wenige Testspiele im Programm hatte, ist es dem Serben wichtig, dass sein Team sehr oft spielt. Das Highlight aus Sicht der Berliner Fans dürfte dabei die offizielle Saisoneröffnung am 15. September in der O2 World sein, wenn Alba auf Bayern München trifft. Die Münchner haben mit ihren Verpflichtungen unterstrichen, dass sie nach einem Schnupperjahr in der Bundesliga nun Meister werden wollen.

Während des Trainingslagers stehen Begegnungen gegen Cedevita Zagreb (Sportdirektor dort ist Matej Mamic) und Triumph Lyubertsy an. Das erste öffentliche Testspiel ist für den 8. September in Oranienburg terminiert, Gegner ist der Mitteldeutsche BC. Es folgen eine nicht öffentliche Partie gegen Oldenburg (9.9.), besagtes Spiel gegen die Bayern, eine Begegnung in Verona gegen Scaligera Basket Verona (20.9.) sowie vom 21.9. bis 24.9. die Teilnehme an einem Turnier in Varese. Dort treffen die Berliner auf Pallacanestro Varese, BC Donezk und BC Astana. Die Bundesliga startet mit einem Heimspiel gegen die Artland Dragons am Mittwoch, 3. Oktober, um 17 Uhr.