Kommentar

Luhukay hat Recht

Lars Gartenschläger über die Kritik des Hertha-Trainers

Mögen die Anhänger von Hertha BSC noch so verärgert über den verpatzten Saisonstart sein. Es gibt ihm dennoch etwas Positives abzugewinnen. Und zwar einen Trainer, der gerade mal zwei Spiele gebraucht hat, um zu erkennen, wo die Wurzel des Übels in diesem Verein liegt. Schonungslos hat Jos Luhukay nach der Niederlage in Frankfurt die Mannschaft kritisiert. Nun ist es immer leicht, nach Niederlagen mit dem Finger auf andere zu zeigen. Doch Luhukay kommt weder populistisch noch polemisch daher. Ganz im Gegenteil. Das ist am Ende sogar die Krux an der Sache - und aus Sicht von Hertha ziemlich bitter, fast schon armselig. Denn Luhukay hat genau die Dinge angesprochen, die Hertha BSC schon seit zwei, drei Jahren nachgesagt werden. Und das bedeutet, dass Spieler und Verantwortliche nichts oder zu wenig aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. "Da gab es kein Miteinander oder Füreinander", bemängelte Luhukay. Er warf einigen Spielern vor, dass sie nicht vorangegangen sind und unterstellte dem einen oder anderen sogar eine verzerrte Selbstwahrnehmung, da sie sich offenbar für zu groß, ja vielleicht für zu gut für Hertha halten.

Jos Luhukay hat den Finger in die Wunde gelegt. Und das ist richtig so. Es ist ihm zu wünschen, dass seine Spieler endlich begreifen, worauf es ankommt in diesem Geschäft. Denn sonst steht er bald selbst in der Kritik.