Pferdesport

Mehr Zuschauer: Hoppegarten setzt positiven Trend fort

Trotz Olympia und Poloturnier Top-Besuch beim Flieger-Preis

- In London liefen die letzten olympischen Wettbewerbe, auf dem Maifeld gab es beim großen Poloturnier pferdesportliche Konkurrenz. Nicht eben optimale Voraussetzungen für einen Renntag in Hoppegarten - ohne besonderes Prädikat wie beispielsweise beim Diana Trial im Mai oder dem Großen Preis von Berlin im Juli. Doch ungeachtet der mittelprächtigen Voraussetzungen zog es rund 10.000 Zuschauer am Sonntag bei idealem Wetter auf die Bahn. Die Rasenfläche vor den Tribünenhäusern bot einen repräsentativen Überblick der Möglichkeiten, ein Picknick zu veranstalten. Von der "Sparversion" mit Mineralwasser in der Plastikflasche und Sitzen auf dem Hosenboden bis zur Decke im Kaschmir-Look beziehungsweise dem Regie-Klappstuhl mit eigenem Namen und Champagner in der Kühlbox - alles da. Einfach in die Sonne schauen, ein Schwätzchen halten, spannende Rennen gucken. Die Fans freuten sich über den Sieg von The Call (Koen Clijmans) beim mit 22.000 Euro dotierten Flieger-Preis. Über die 1000-Meter-Distanz verfehlte der Hengst in 58 Sekunden die Bestmarke von Overdose nur um sieben Zehntel.

Langsam aber sicher entwickelt sich Hoppegarten wieder zu einer zunehmend akzeptierten Institution in und um Berlin. Vielleicht ist es die Mischung, die, ähnlich wie beim Sechstagerennen, Zuspruch findet. Wer wegen des Sports anreist, kommt auf seine Kosten, wer es wegen der Möglichkeit tut, Freunde zu treffen, ebenfalls. "Wir haben unsere positive Entwicklung fortgesetzt. Aber wir haben auch noch viel Überzeugungsarbeit vor uns", zieht Rennbahneigentümer Gerhard Schöningh eine positive Zwischenbilanz.

Seit seinem Einstieg 2008 stieg die Zahl der Besucher pro Saison von 41.000 auf fast 80.000. Das bedeutet pro Renntag ein Wachstum von 5100 auf 7900. In der laufenden Saison dürfte die 80.000-Zuschauer-Barriere überwunden werden. Das spiegelt sich auch am Wettschalter wider. Der Umsatz stieg zwischen 2008 und 2011 von 1,22 Millionen Euro auf 1,93 Millionen. Der Umsatz pro Rennen kletterte von knapp 19.500 auf knapp 26.500 Euro. Die Rennen vom vergangenen Sonntag etwa spülten 190.771 Euro durch die Kassen.

Am 15. September geht es in Hoppegarten weiter. In zwei Rennen sind die Traber zu Gast, bei den Galoppern steht das mit 52.000 Euro dotierte Auktionsrennen über 1400 Meter auf gerader Bahn im Mittelpunkt. Dazu ein Lauf zur Weltmeisterschaft der Amateure - muss nur noch das Wetter stimmen.