Basketball

Albas neuer Abräumer unter den Körben

Der 23-jährige Zugang Deon Thompson plant in Berlin seinen nächsten Karriereschritt

- Nur zwei Worte hat Deon Thompson seiner Gefolgschaft via Twitter mitgeteilt: "Next step". Angehängt hat der Basketballprofi noch einen Link zur Seite der Europaliga, auf der sein Wechsel von Olimpija Ljubljana zu Alba Berlin gemeldet wird. "Ja", sagt der 23-Jährige lachend, "es ist für mich der nächste Schritt." Und er fügt gleich an: "Und ein ganz wichtiger." Schließlich sei er jetzt in einem Alter, in dem man sich "jeden Schritt, den man macht, genau überlegen muss". Wenn man in seinem Beruf weiter nach oben kommen will.

Warum jetzt zu Alba? Der Konter kommt als Gegenfrage: "Warum nicht?" Doch im Ernst: "Es ist insgesamt ein tolles Paket." Das Geld für den Einjahresvertrag bei Alba dürfte stimmen - und die sportliche Perspektive ist auch sehr gut. "Es ist wichtig, dass wir in der Europaliga spielen." Sich mit den Besten zu messen, das ist sein Ding.

In Ljubljana hatte er eigentlich noch für ein weiteres Jahr einen Vertrag, der aber nach einigem Hin und Her aufgelöst wurde. Er habe sich in der slowenischen Hauptstadt wohl gefühlt, sportlich habe es auch gestimmt, da Olimpija neben der nationalen Klasse auch in der Europaliga und in der recht starken Adria-Liga vertreten war. Aber schon während der vergangenen Saison hätten einige Profis den Klub verlassen, weil finanziell nicht alles so richtig geklappt hatte.

Deon Thompson hat also den Absprung gemacht - und ist in Berlin gelandet. "Jeder, den ich gefragt habe, hat mir nur Positives über den Klub erzählt", sagt er. Zum Beispiel Bryce Taylor, der zuletzt zwei Jahre in Berlin unter Vertrag stand und den Thompson aus College-Zeiten kennt. Der Neue weiß, dass man viel von ihm erwartet. Er soll neben Yassin Idbihi der Mann unter dem Korb sein, sich Rebounds schnappen und punkten. "Deon wird uns auf viele Weisen helfen und eine wichtige Rolle im Team spielen", ist sich Alba-Chefcoach Sasa Obradovic sicher.

Er ist als Power Forward, aber auch als Center einsetzbar. Trotz seiner Größe von "nur" 2,04 Meter. "Ich verfüge über eine gute Sprungkraft", sagt er über sich. Mangelnde Zentimeter sollen dadurch kompensiert werden. Dass dies gelingt, zeigen seine Statistiken. In seinem letzten Jahr (2009/10) am College, an der University of North Carolina, kam er auf 13,7 Punkte und holte 6,7 Rebounds.

Danach ging es nach Europa. Ein "Kulturschock" sei es schon gewesen, als er im Herbst 2010 in Athen ankam, alles war neu für den US-Boy in der Neuen Welt. Aber er spielte bei Ikaros Kallitheas gleich eine sehr gute Rolle (14,1 Punkte, 8,8 Rebounds), wurde in Griechenland ins Allstar-Team berufen. Gleiche Ehre wurde ihm in Slowenien zuteil, hier wurde er im Showspiel sogar zum MVP ("wertvollster Spieler") gewählt. In der Europaliga behauptete er sich mit im Schnitt neun Punkten und vier Rebounds.

"Die Bundesliga hat ein hohes Niveau", hat er gehört, ansonsten weiß er von Berlin und Deutschland noch so gut wie nichts. Am Sonntag ist Thompson angekommen, ein paar Stunden später hatte Obradovic seine Mannschaft zu einer ersten Besprechung zusammengetrommelt. Gestern standen medizinische Untersuchungen im Unfallkrankenhaus Berlin auf dem Programm - und am Mittwoch geht es ja schon ins zweieinhalb Wochen dauernde Trainingslager nach Kranjska Gora.

"Natürlich will ich was gewinnen", nennt er sein Ziel. Und er will sich weiterentwickeln, "next step" eben. Denn im Hinterkopf hat er, wie wohl jeder junge US-Basketballer, noch den Traum, einmal in der NBA zu spielen. In den vergangenen Jahren hat er immer mal in der Summer League vorgespielt, in diesem Jahr bei den Memphis Grizzlies, aber mit einem Engagement hat es noch nicht geklappt. "Meine Zeit wird kommen", ist er sich sicher. Gut wäre es, wenn seine Zeit erst einmal bei Alba käme.