Offizielle Verabschiedung

18 Berliner Sportler sind bei den Paralympics dabei

Behinderte Athleten wurden gestern offiziell verabschiedet

- Andrew Noble, der stellvertretende britische Botschafter in Deutschland, versprach nicht wenig: "Wir haben erst Halbzeit, die zweite Hälfte wird so lebendig und stimmungsvoll werden wie die erste." Um im Bild zu bleiben: Teil eins waren die Olympischen Spiele in London, der zweite Teil wird mit den Paralympics, den Weltspielen der Behinderten, nun vom 29. August bis zum 9. September in der britischen Metropole folgen.

Noble hat mit seinen Worten die Vorfreude bei den Berliner Teilnehmern noch weiter geschürt, die gestern im Unfallkrankenhaus Berlin offiziell in Richtung London verabschiedet wurden. 18 Sportlerinnen und Sportler umfasst die Abordnung aus der Hauptstadt, angeführt von der unverwüstlichen Marianne Buggenhagen. Für die querschnittsgelähmte Sportlerin sind es bereits ihre sechsten Paralympics, zum ersten Mal war sie 1992 in Barcelona dabei. Fast nicht mehr zu zählen sind ihre Erfolge: Allein zwölf Mal hat die 59-Jährige Gold bei den Weltspielen der Behinderten geholt. Dass das Diskuswerfen, ihre Spezialdisziplin, kurzfristig aus dem Wettkampfprogramm genommen wurde, findet sie "ärgerlich", jetzt wird sie sich voll und ganz aufs Kugelstoßen konzentrieren.

Berlin schickt eine stattliche Mannschaft nach London, wenn man bedenkt, dass das deutsche Team insgesamt aus 150 Athleten besteht. Zehn Medaillen sind den Berliner Sportlern zuzutrauen.

Von den anwesenden Funktionären und Würdenträgern gab es für die Sportler nicht nur warme Worte und die besten Wünsche für ihre sportlichen Auftritte. Für einige hatte Landessportbundchef Klaus Böger auch ein Kuvert mit einem Scheck mitgebracht. Das Geld ist als Unterstützung für diejenigen Sportler gedacht, die nicht bereits durch Beraterverträge vom LSB gefördert werden. Ehrhart Körting, der Präsident des Behinderten-Sportverbandes Berlin, war sich sicher: "Die Paralympics werden die Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens von Behinderten und Nichtbehinderten beflügeln."

Auf alle Fälle wird den Sportlern große Aufmerksamkeit zuteil: Der Großteil der insgesamt 2,7 Millionen Tickets ist schon verkauft. ARD und ZDF werden mit fast 70 Stunden mehr als doppelt so viel berichten wie vor vier Jahren. 2008 waren es nur 30 Stunden.