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Berliner unter Postdamer Flagge

Wechsler Potsdam mit seinem Kanu-Stützpunkt macht Berlin immer mehr Top-Sportler abspenstig. Kanu-Legende Ronald Rauhe etwa, der in London über die 200 Meter an den Start geht und dort in den nächsten Tagen Medaillenchancen hat, ist gebürtiger Berliner, startet aber wegen der besseren Bedingungen seit Jahren für den KC Potsdam. Auch Kurt Kuschela, der gerade mit Peter Kretschmer im C2 den Olympiasieg holte, stammt aus Berlin, fährt aber wie Rauhe für den KC Potsdam und lebt auch in Brandenburgs Landeshauptstadt.

Kritiker Andreas Ihle aus Magdeburg hat einen Tag nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Zweier-Kajak mit Martin Hollstein (Neubrandenburg) in der Diskussion um die Sportförderung in Deutschland die Berichterstattung der Medien kritisiert. "Vielleicht fehlt da auch ein wenig Wertschätzung, wenn es bei internationalen Spitzenplätzen heißt: Nur ein sechster, siebter Platz", sagte der Peking-Olympiasieger bei einer Pressekonferenz im Deutschen Haus. Die Weltspitze sei in vielen Sportarten mittlerweile so eng beisammen, dass "ein falsches Aufstehen" schon den Unterschied machen könne.

Partygänger Verbandspräsident Thomas Konietzko muss zwar noch warten, bis er Bilanz ziehen kann. Denn es stehen noch die 200-Meter-Wettbewerbe auf dem Programm. Aber nach den Erfolgen auf den langen Strecken hieß es gestern: "Wir werden im Deutschen Haus die Sau rauslassen. Das dürfen Sie mir glauben."