Fortuna Düsseldorf

Dynamo Moskau will plötzlich Woronin zurück

Erst vor einer Woche lieh Düsseldorf den Ukrainer aus

- Gerade einmal eine gute Woche trainiert Andrej Woronin beim Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf - und soll den Aufsteiger nun sofort wieder verlassen. So jedenfalls hätte es der neue Trainer des russischen Erstligisten Dynamo Moskau gern. "Ich würde gerne ein paar Spieler zurückholen. Ob es eine Chance gibt, Woronin zurückzuholen, werde ich mit dem Vorstand besprechen. Ich werde mir die Details des Deals ansehen", sagte Dmitri Chochlow nach einem Bericht der russischen Zeitung "Sport-Express".

Woronin besitzt beim Klub des deutschen Ex-Nationalspielers Kevin Kuranyi noch einen Vertrag bis 2014 und war von Chochlows Vorgänger Andrej Silkin aussortiert worden. Daraufhin griff die Fortuna zu und lieh den ukrainischen EM-Teilnehmer für die kommende Saison aus. Am Wochenende nun verlor Dynamo auch das dritte Punktspiel der Saison und liegt ohne Zähler und mit 0:7 Toren am Ende der Tabelle in der Premjer Liga. Silkin nahm am Montag seinen Hut - und Chochlow stellte alles auf Null.

"Wir haben das zur Kenntnis genommen", sagte Fortunas Manager Wolf Werner. Woronin bereitet sich derzeit mit dem Team von Trainer Norbert Meier auf die Saison vor. Einem Trainingslager in den Niederlanden folgte gerade ein Testspiel gegen AZ Alkmar, das Fortuna 1:3 verlor. Wornin lieferte eine gute Partie ab, er war fit und spielte mit viel Tempo. Es war das Debüt des 33-Jährigen beim Aufsteiger, der sich in der Relegation gegen Hertha BSC durchgesetzt hatte.

Wieder etwas Glanz verleihen

Manager Wolf Werner verwies auf die Verträge. "Wir haben eine rechtsgültige Transfervereinbarung, mehr kann ich dazu nicht sagen. Das liegt alles bei der DFL (Deutsche Fußball Liga/Anm. d. Red.)", sagte der Düsseldorfer. Woronin soll dem Klub, der nach 15 Jahren wieder die Rückkehr in die Bundesliga bejubelt, etwas Glanz verleihen nach vielen Jahren in der Versenkung. Finanziell möglich wurde der Transfer nur, weil die Russen weiterhin einen Großteil des Gehalts des ukrainischen Angreifers bezahlen

Dynamos Ex-Trainer Silkin hatte Woronin wegen einiger Meinungsverschiedenheiten aus dem Kader geworfen. Der Klub kämpft seit einigen Jahren darum, im russischen Fußball auf Augenhöhe mit den Großklubs Zenit St. Petersburg, Spartak Moskau, Anschi Machatschkala oder Rubin Kasan zu sein. Herausgekommen bei dem Unternehmen ist bislang in der vergangenen Saison ein dritter Platz, sechs Punkte hinter Meister Zenit.

"Momentan beunruhigt mich das überhaupt nicht. Wenn die etwas wollen, werden die sich schon melden", sagt Werner zu der Situation. Woronin hatte bei seiner Präsentation erklärt, dass die Fortuna seine erste Wahl sei und er sich in Deutschland pudelwohl fühle. Die vorherigen Stationen Borussia Mönchengladbach, FSV Mainz 05, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Hertha BSC unterstreichen diese Aussagen. Ob es tatsächlich zu einem Gerangel um den Spieler kommen könnte und Woronin die Fortuna nach nur einer Woche schon wieder verlässt, wird sich zeigen. Ausschließen will Veteran Wolf Werner offenbar nichts. "Sie wissen ja: Im Fußball gibt es nichts, was es nicht gibt", sagte der 70-Jährige.