Hoppegarten

Spurtsieg für Meandre

Vierjähriger Hengst gewinnt in Hoppegarten den Großen Preis von Berlin

- Runde 200 Meter fehlten Andrasch Starke zum erfolgreichsten Wochenende seiner Karriere als Jockey. Bis dahin hatte der 38-Jährige beim 122. Großen Preis von Berlin mit dem vierjährigen Hengst Earl of Tinsdale das Feld angeführt, aus der Startbox die Initiative übernommen und das Tempo bestimmt. Doch am Ende triumphierte der 18:10-Favorit Meandre mit dem erst 23 Jahre alten Ausnahmetalent Maxim Guyon im Sattel.

"Er war einfach nicht zu halten. Meandre ist momentan in einer unglaublichen Form", sagte Starke der von den insgesamt 175.000 Euro Preisgeld immerhin noch 40.000 für Besitzer Andreas Wöhler einheimsen konnte. Peanuts im Vergleich zu den 720.000 die er etwa 24 Stunden zuvor bei den King George VI and Queen Elizabeth Stakes in Ascot mit der Stute Danedream gewonnen hatte. "Das reine Preisgeld sagt nicht alles. Der Große Preis von Berlin ist als Gruppe-I-Rennen in der höchsten Kategorie angesiedelt. Ganz klar, ich hatte insgeheim ein bisschen auf einen zweiten Erfolg gehofft", gestand Starke, der dann aber die Überlegenheit des Duos Meandre/Guyon anerkennen musste.

Vor knapp 11.000 Zuschauern hatte Guyon sein Pferd auf der 2400-m-Distanz zunächst "versteckt". Erst im Schlussbogen zeigte er Angriffslust, die am Ende belohnt wurde. "Ich bin das erste Mal hier. Die Bahn gefällt mir sehr gut", zeigte sich der Franzose bescheiden. Rang drei ging an Außenseiter Baschar unter Alex Pietsch sowie Ovambo Queen, der einzigen Stute im Feld, geritten vom Niederländer Adrie de Vries. Meandre gehört Baron Edouard de Rothschild und wird vom 19maligen Championtrainer Andre Fabre (56) in Chantilly bei Paris vorbereitet.

Neben dem Großen Preis von Berlin stand das mit 80.000 Euro dotierte Handicaprennen im Mittelpunkt.

Und es wurde zu einem rundum gelungenen Heimspiel für den Hoppegartener Jockey Norman Richter. Er setzte sich nach 1800 Metern mit Combat Zone vor Salut (Filip Minatik) und Primera Vista unter Vorjahressiegerin Stefanie Hofer durch. Trainer von Combat Zone und Primera Vista ist Mario Hofer. Der 55-jährige Krefelder war entsprechend zufrieden: "Combat Zone ist ein dankbares Pferd. Er läuft auf jedem Boden gut." Für den sechsjährigen Wallach war es der zwölfte Sieg im 31. Rennen. "Ich habe ihn für 7000 Pfund in Newmarket als sieglosen Dreijährigen gekauft. Er hat mir einfach gefallen. Seine Siegquote kann sich jetzt sehen lassen", lachte Hofer, dessen Risikobereitschaft allemal belohnt wurde.

Norman Richter (35) war ebenfalls zufrieden. "Ein so wichtiges Rennen zu gewinnen ist doppelt schön. Der Rennverlauf und der Boden haben gut gepasst, und ein bisschen Glück hatten wir auch."