Olympia

Skandal um Tickets für Spiele in London weitet sich aus

Der Skandal um den illegalen Ticketverkauf vor den Olympischen Spielen in London wird immer größer.

- Offenbar wurden durch 54 Nationen die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gebrochen. Dies verlautete gestern beim Auftakt der IOC-Tagungen vor den Sommerspielen (27. Juli bis 12. August) nach der Sitzung der IOC-Executive. Insgesamt starten in London 204 Nationen, sie haben rund 10.500 Athleten am Start.

Doch vorerst bleibt der illegale Ticketverkauf ohne Konsequenzen. Die Ethik-Kommission des IOC empfahl der 15-köpfigen Exekutive, der auch IOC-Vizepräsident Thomas Bach angehört, eine Entscheidung zurückzustellen bis zur Prüfung von Details in einer Reihe unterschiedlicher Fälle. Informationen werden auch vom offiziellen Ticket-Wiederverkäufer (ATR) erwartet. "Die Anhörungen aller Beteiligten werden stattfinden", erklärte IOC-Sprecher Mark Adams.

Hinweise auf den illegalen Verkauf hatte im Juni die britische Zeitung Sunday Times geliefert. Die Zeitung hatte berichtet, dass Mitglieder nationaler olympischer Komitees Eintrittskarten teilweise für bis zu zehnfach erhöhte Preise auf dem Schwarzmarkt angeboten hätten.

Bereits Ende Mai hatte die BBC über verbotene Ticketverkäufe berichtet. Als Folge trat der NOK-Generalsekretär der Ukraine zurück. Wladimir Geraschtschenko soll 100 der 2900 für die Ukraine bestimmten Eintrittskarten für die Sommerspiele auf dem Schwarzmarkt angeboten haben. Nach IOC-Regularien dürfen die NOKs die ihnen zur Verfügung gestellten Tickets nur im eigenen Land verkaufen, entweder selbstständig oder über autorisierte Händler.