Verletzt

Petkovic kann nicht in London spielen: "Mir blutet das Herz"

Das Pech bleibt Andrea Petkovic treu: Nach den Australian Open, den French Open und Wimbledon wird auch das olympische Tennisturnier endgültig ohne die 24-jährige Darmstädterin stattfinden.

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"Mir blutet das Herz", sagte Petkovic, deren Fuß nach dem doppelten Bänderriss im April einfach noch nicht stabil genug ist, um den Belastungen im Wettkampf standzuhalten: "Die Olympischen Spiele sind ein Lebenstraum von mir, ich habe alles gegeben, um dabei sein zu können. Aber es wäre einfach zu unvernünftig, es zu versuchen. Ich muss auf meinen Körper hören. 2016 in Rio bekomme ich hoffentlich noch mal eine Chance."

Dabei hatte sich die Weltranglisten-18. bereits am Montag ihre Olympia-Ausrüstung in Mainz abgeholt. "Wir versuchen, Mona Barthel nachzuholen", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, die bis zuletzt fest an einen Olympia-Start von Petkovic geglaubt hatte: "Ich dachte wirklich, es klappt. Aber ich wusste auch, dass es eng wird, und am Ende wäre es wirklich zu riskant gewesen."

Alexander Waske, der mit Petkovic öfter in Offenbach trainiert, kann "ihren Schmerz nachempfinden, mir ging es bei den Spielen 2008 auch so. Aber es ist die richtige Entscheidung, erst wieder zu spielen, wenn alles stimmt", meinte der frühere Davis-Cup-Spieler. Wegen der Fußverletzung und deren Folgen hatte "Petko" bereits ihre Teilnahme an den French Open und Wimbledon absagen müssen. Ihr Comeback wird sie nun aller Voraussicht nach im Rahmen der US-Hartplatz-Saison mit dem Höhepunkt US Open (27. August bis 9. September) geben.

Es wäre das erste Grand-Slam-Turnier der Hessin in diesem Jahr, nachdem sie wegen einer Rückenverletzung im Januar bereits die Australian Open in Melbourne verpasst hatte. Erst vier Tage vor dem Fehltritt beim WTA-Turnier in Stuttgart am 26. April hatte die konstanteste Grand-Slam-Spielerin des Vorjahres bei der Fed-Cup-Partie gegen Australien (2:3) ihr Comeback gefeiert.

Sollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Mona Barthel nicht nachnominieren, vertreten Wimbledon-Halbfinalistin Angelique Kerber (Kiel), Sabine Lisicki (Berlin) und Julia Görges (Bad Oldesloe) den Deutschen Tennis Bund im olympischen Dameneinzel. Im Herreneinzel ist Philipp Kohlschreiber (Augsburg) als einziger deutscher Akteur für die Sommerspiele im Einzel dabei. Für das Herrendoppel sind Philipp Petzschner (Bayreuth) und Christopher Kas (Trostberg) nominiert.