Motorsport

Bradl: "Ich habe ein bisschen vom Pech Stoners profitiert"

46 Tausendstelsekunden fehlten Stefan Bradl beim Großen Preis von Italien zum ersten Podestplatz in der Motorrad-Königsklasse.

- Superstars wie Neunfach-Weltmeister Valentino Rossi (Italien) und der amtierende Champion Casey Stoner (Australien) kamen zum Gratulieren in die Box des 22-jährigen Deutschen.

Berliner Morgenpost:

Herr Bradl, selten wurde ein undankbarer vierter Platz so gefeiert wie bei Ihrem Team in Mugello.

Stefan Bradl:

Das stimmt, weil es in diesem Fall nicht so wichtig war ob ich Dritter oder Vierter geworden bin.

Wie darf man denn das verstehen?

Wir waren und sind total zufrieden mit dem Verlauf des Rennens. Ich konnte aus eigener Kraft an der Spitze mithalten. Ich war nicht abhängig von irgendwelchen Glücksumständen. Das ist ein Erfolg, der dem ganzen Team gehört.

Ihr Chef, Lucio Cecchinello, hat vor lauter Glück sogar geweint.

Das kann ich verstehen. Er hat bei seinem Heimspiel richtig Druck gehabt. Viele Sponsoren waren da. Es geht eben auch um viel Geld für dessen Beschaffung er hauptverantwortlich ist. Und in dieser Zeit hat mir das Team ein sensationell gutes Motorrad hingestellt. Aber ehrlich: Ich habe auch ein bisschen vom Pech von Casey Stoner profitiert, der in Mugello einfach nicht zurecht gekommen ist.

Die Fairness ehrt Sie, aber schmälert das den hart erarbeiteten Erfolg?

Nein, aber es hilft doch die Leistung richtig einzuordnen. Am Sachsenring war ich Fünfter. Aber doch nur, weil Stoner in der letzten Runde gestürzt ist, weil er gewinnen wollte und alles riskiert hat.

Sie sind dennoch der deutlich erfolgreichste Rookie der letzten Jahre.

Ja, weil es im Team passt.

Italienische Rennställe gelten als Wirkungsstätten mit reichlich Emotionen im Alltag. Sie sind nach eigenem Bekunden einer der seine Ruhe braucht. Wie geht das?

Ich wohne bei meinen Eltern in Zahling. Da ist es so ruhig wie ich es brauche. Ich habe ein paar Kumpels und meine Freundin Jana die alle keine Erwartungshaltung an den Rennfahrer haben. Das hilft.

Sind Sie vorbereitet auf Rückschläge?

Ja. Unser Sport ist extrem kompliziert, es gibt deswegen keine Garantien für Erfolg.