Motorsport

Webber verlängert seinen Vertrag bei Red Bull bis 2013

Der Australier gilt als ernsthafter Titelkandidat

- Mark Webber zögerte nicht lange. "Es gab Verhandlungen mit Ferrari, aber meine Entscheidung war, bei Red Bull zu bleiben. Am Ende war es eine einfache Entscheidung", sagte der 35-Jährige Australier und setzte seine Unterschrift unter einen neuen Formel-1-Kontrakt bis 2013. Damit bleibt er beim Weltmeister-Rennstall Red Bull Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel (25). Eine logische Entscheidung, schließlich mauserte sich Webber zuletzt vom "Wasserträger" zum echten Titelkandidaten.

"Mark ist in den ersten neun Saisonrennen sehr stark gefahren, seine Leistung war beeindruckend", sagte Teamchef Christian Horner. Neun Grand-Prix-Siege fuhr er seit 2007 für Red Bull ein, davon zwei in diesem Jahr. Am vergangenen Wochenende gewann Webber den Großen Preis von Großbritannien und ist mit nur 13 Punkten Rückstand erster Verfolger von WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (129 Zähler). Teamkollege Vettel ist mit 100 Punkten als Dritter zwar in Lauerstellung, doch bereits seit Saisonbeginn wird deutlich, dass Webber nach einem für ihn frustrierenden Jahr 2011 zu Vettel inzwischen zumindest aufgeschlossen hat.

Der oftmals griesgrämig und frustriert wirkende Australier ist lockerer und entspannter geworden. Und so fährt er auch. Silverstone war sinnbildlich: Mit viel Geduld legte sich Webber den Führenden Alonso zurecht, ehe er den Spanier vier Runden vor Schluss zielstrebig überholte. Horner sprach deshalb auch von einer "logischen Entscheidung", Webber ein weiteres Jahr im Team zu halten. "Ich habe den Vorteil, dass er in meinem Team ist. So kann ich sehen, was er macht", kommentierte Vettel die Vertragsverlängerung.

Aus der anfangs schwierigen Beziehung mit Vettel ist inzwischen ein kollegiales, auf den Erfolg ausgerichtetes und von gegenseitigem Respekt geprägtes Verhältnis geworden. "Ich denke, das hätte niemand erwartet, dass wir schon so lange zusammenarbeiten", sagte Webber. Das sei schon eine kleine Überraschung. Unvergessen bleiben die teilweise harten Duelle der beiden im Jahr 2010, als vor allem Webber ("Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Fahrer") seinen Frust oft offen zeigte. Und die aktuelle Saison erinnert von den Ergebnissen her stark an 2010.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Doch sowohl Webber als auch Vettel haben offenbar gelernt. Sorgen, dass sich beide gegenseitig von der Strecke schießen, muss wohl niemand haben. Inzwischen sei es eine "sehr gute und fruchtbare Zusammenarbeit", wie Webber bestätigte: "Wir wissen, dass wir unsere Autos ins Ziel bringen und das Beste für das Team erreichen müssen." Ist denn 2013 dann seine letzte Saison? "Diese Frage wird mir seit vier Jahren dauernd gestellt. Und die Antwort ist wieder die gleiche: Die Zukunft liegt in meinen eigenen Händen", sagte Webber. Fährt er also so weiter wie bisher, könnte Webber auch 2014 Teamkollege Vettels bleiben.

Mit der Weiterverpflichtung des Australiers ist das erste Mosaiksteinchen im Transferpuzzle gesetzt. Als nächste rücken Michael Schumacher (43) und Felipe Massa (31) in den Vordergrund. Der Rekordweltmeister muss sich gegenüber Arbeitgeber Mercedes für 2013 erklären und der Brasilianer muss Ferrari von seinen Qualitäten überzeugen.