Abschied

Raffael trifft bei Hertha-Sieg über Viktoria 89

Womöglich letzter Auftritt des Brasilianers für die Berliner

- "Der Letzte", sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay, kurz bevor er die Kabine erreicht hatte, zum x-ten Fan, der um ein Foto bat. Es sollten noch vier folgen - und Luhukay sollte auch ihnen ihren Wunsch erfüllen. Dabei hatte der Coach nach dem Schlusspfiff schon mehr als 20 Minuten für die wenigen hundert Meter von der Bank bis hierher gebraucht. Trotzdem: "Fantastisch" sei es, dass so viele Fans an diesem Dienstagabend gekommen seien, sagte Luhukay. "Schade, dass wir nicht mehr Tore für sie geschossen haben."

2:0 (1:0) hatte sein Team gegen den Oberligisten Viktoria 89 durch Tore von Raffael (11., Foulelfmeter) und Marcel Ndjeng (58.) gewonnen. Sollte dieses Testspiel Raffaels letzte Partie für Hertha gewesen sein, dann wird sie wohl nur den wenigsten in Erinnerung bleiben. Herthas Mittelfeldspieler soll vor einem Wechsel zum italienischen Erstligisten SSC Neapel stehen.

Immerhin bekamen die 3680 Zuschauer im Friedrich-Ebert-Stadion noch einmal viel zu sehen von Raffael. Zumindest quantitativ. Überpünktlich stand die Anfangself kurz vor sechs Uhr auf dem Rasen. Nur leider standen da viele der Zuschauer noch draußen in einer Schlange, die vom Stadion bis zur nächsten Kreuzung an der Manteuffelstraße reichte.

Eine knappe halbe Stunde schoben sich Raffael und sein Bruder Ronny, der im zentralen Mittelfeld neben Fanol Perdedaj in der ersten Elf stand, die Bälle zu. Als einzige Spitze hielt sich Marco Djuricin warm, in der Dreierreihe hinter ihm liefen neben dem zentralen Raffael auf der rechten Seite Daniel Beichler und auf Links Nico Schulz auf. Die Vierkette vor Torwart Thomas Kraft bildeten Dorian Diring (Rechtsaußen), Peter Niemeyer und Sebastian Neumann innen sowie Fabian Holland als rechter Außenverteidiger.

Als es endlich losging, sorgte Raffael für den ersten Fehlpass des Spiels (nach zwei Minuten), für den ersten kapitalen Ballverlust (nach fünf Minuten), für den ersten Schuss auf das Tor von Viktoria 89 und für den ersten Treffer durch ein zweifelhaften Strafstoß (beides nach elf Minuten). Dann war bald Halbzeit - und Raffaels Einsatz war wie der seiner zehn Kollegen beendet.

Wie von Luhukay versprochen durfte nach der Pause auch Adrian Ramos ran, der zweite Spieler (neben Raffael), für den Hertha noch einen Abnehmer sucht.

Doch die Partie beim Fünftligisten dürfte kaum als Werbeclip taugen. Zwar wurden die Spielzüge zielorientierter, doch das Einzige, was heraussprang, war das 2:0 aus spitzem Winkel durch Ndjeng.