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Reiter krank: Olympia-Aus für Superstar Totilas

Drüsenfieber bei Rath lässt London-Start nicht zu

- Auf die böse Vorahnung folgte am Donnerstagnachmittag Gewissheit. Die Olympischen Spiele in London finden ohne Dressurreiter Matthias Alexander Rath und sein Ausnahmepferd Totilas statt. "So traurig es ist, das Olympia-Aus entspricht der Tatsache", erklärte Klaus Roeser, Vorsitzender des deutschen Dressur-Ausschusses, "das ist überaus bitter für Matthias und bedauerlich, dass wir ohne dieses Paar zu den Olympischen Spielen fahren müssen. Wir wünschen ihm von Herzen, dass er schnell gesund wird."

Viel war in den vergangenen Tagen diskutiert und gemunkelt worden über den Gesundheitszustand des 27 Jahre alten Reiters aus Kronberg. Nach einer starken Leistung bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni in Balve war Rath am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und musste seither das Bett hüten. Zuletzt soll es ihm schon besser gegangen sein. Bis gestern, da erlitt der Reiter einen Rückfall. Der deutsche Mannschaftsarzt Manfred Giensch erklärte: "Die Auswertung seiner Blutwerte lassen auch in absehbarer Zeit keine körperliche Belastung zu. Eine weitere Vorbereitung auf die Olympischen Spiele und ein möglicher Start in London wären mit einem zu hohen gesundheitlichen Risiko verbunden."

Rath reagierte vom Krankenbett aus tief enttäuscht. "Es war mein großer Traum, mit diesem einmaligen Pferd und dieser tollen jungen Mannschaft für Deutschland bei den Olympischen Spielen an den Start zu gehen", sagte der 27-Jährige, musste aber der Vernunft den Vorzug geben: "Es wäre für meine eigene Gesundheit und auch meinen Teamkollegen gegenüber unverantwortlich, wenn ich in diesem Gesundheitszustand nominiert würde." Ursprünglich war für den heutigen Freitag ein Fitnesstest für Totilas und Rath vorgesehen, dieser ist nun hinfällig.

Das endgültige Olympia-Aus von Totilas und der Rückfall Raths trübten am Donnerstag in der deutschen Equipe die Freude über den souveränen Erfolg im Nationenpreis. Angeführt von Kristina Sprehe mit Desperados setzte sich die Mannschaft klar vor der Konkurrenz durch. Beste Einzelreiterin war die erst 25 Jahre alte Sprehe. Neben Sprehe glänzten auch Helen Langehanenberg mit Damon Hill, Anabel Balkenhol mit Dablino und Dorothee Schneider mit Diva Royal.

Die deutschen Springreiter Marcus Ehning mit Pot Blue, Christian Ahlmann mit Codex One, Janne-Friederike Meyer mit Lambrasco und Marco Kutscher mit Cornet Obolensky wurden am Abend Zweiter (zwölf Fehlerpunkte) im Nationenpreis hinter Frankreich (zehn).