Fußball

Wunschkandidat Schönheim hat mit Union viel vor

Der Neue aus Mainz soll der Abwehr Stabilität geben

- Wer dieser Tage Fabian Schönheim beim Training an der Alten Försterei beobachtet, bekommt den Eindruck eines robusten, eines großen Spielers. "Eines langen Spielers", gibt Uwe Neuhaus sogleich zu Bedenken, "ob er ein großer ist, muss er erst noch beweisen." Mit diesem kleinen, aber feinen Unterschied dokumentiert der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten 1. FC Union sofort, was er vom 1,91 Meter langen Zugang erwartet: Schönheim soll nicht weniger als auf Anhieb die Lücke in der Innenverteidigung der Köpenicker schließen, die durch die Freistellung von Ahmed Madouni entstanden ist.

Die Chancen stehen gut. Denn da ist zum einen der Spieler, der in Kaiserslautern und Mainz zwar schon Bundesligaluft geschnuppert hat; 19 Mal durfte der 25-Jährige in der deutschen Eliteliga auflaufen (hinzu kommen insgesamt 39 Zweitliga- und 64 Drittliga-Einsätze). Den Durchbruch schaffte er in der Bundesliga jedoch noch nicht. "Mein Jahr in Mainz ist nicht so verlaufen, wie ich mir das gewünscht hatte, deshalb sehe ich in diesem Wechsel eine große Chance", sagt er selbst. Zum anderen ist da der Verein, eher gesagt der Trainer, der Schönheim als "Wunschkandidat für die Innenverteidigung" auserkoren hatte.

Genau die Einladung, die Schönheim gebraucht hat. "Union ist ein ambitionierter Verein mit Tradition, Charakter und sehr viel Leidenschaft. Als die Anfrage kam, war meine Entscheidung sehr schnell klar", lässt er wissen. Die Voraussetzungen, sich nicht nur in die Startelf, sondern auch in die Herzen der Fans zu spielen, bringt Schönheim mit. "Er ist ein robuster, kopfballstarker und vor allem schneller Spieler", beschreibt Neuhaus Schönheims Qualitäten.

Flexibel einsetzbar

Und er ist ein Linksfuß, ein Attribut, das man in Unions Innenverteidigung in den vergangenen Jahren vergeblich gesucht hat. Das macht Schönheim auch zu einem Kandidaten für die linke Abwehrseite, sollte es dort im Laufe der Saison zu einem personellen Engpass kommen. "Man braucht ein paar Spieler, die flexibel für mehrere Positionen einsetzbar sind", erklärte Neuhaus, "aber das war bei ihm nicht das Hauptkriterium." Schönheim: "Umso mehr freue ich mich, dass es nun geklappt hat, auch wenn die Verhandlungen aufgrund meiner Vertragssituation in Mainz vielleicht etwas schwieriger und langwieriger waren."

Beim FSV besitzt der neunmalige U21-Nationalspieler noch einen Vertrag bis 2014, weshalb ihn Union zunächst nur bis 2013 ausgeliehen hat. Doch Nico Schäfer, kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzspielerabteilung, sagte bereits: "Wenn Fabian sich bei uns durchsetzt, sind alle Details für einen kompletten Wechsel zu uns mit Mainz 05 und für einen Vertrag über weitere zwei Jahre mit Fabian bereits geklärt."

Der Auftakt mit den ersten Übungseinheiten ist geglückt. "Ich bin mit ihm zufrieden, wie er sich in die Mannschaft einfügt und sich auch im Training zeigt." Man ist an der Alten Försterei davon überzeugt, dass Fabian Schönheim seine Chance beim 1. FC Union mit "Ehrgeiz und Entschlossenheit" (Neuhaus) nutzen wird. Die Länge bringt er jedenfalls dafür mit.