FC Union

Union ist noch auf der Suche nach einem Stürmer

Teroddes Leistenprobleme bereiten Sorgen zum Start

- Das Programm hat es in sich. Knapp fünf Wochen Vorbereitung mit zumeist zwei Trainingseinheiten täglich, dazu sechs Testspiele, die bereits feststehen - die Zweitliga-Fußballer des 1. FC Union dürfen sich auf knallharte Trainingseinheiten gefasst machen, die Trainer Uwe Neuhaus für sie bereithält. Doch schon zum Start in die Übungseinheiten für die vierte Saison im Bundesliga-Unterhaus in Folge gibt es Probleme.

Im Angriff drückt der Schuh. Genauer gesagt ist es die Leiste von Simon Terodde, die derzeit Sorgen bereitet. Deshalb wird es der Angreifer, der in der vergangenen Saison zunächst nur vom 1. FC Köln ausgeliehen war, inzwischen aber mit einem Vertrag bis 2015 ausgestattet wurde, es auch zunächst ein wenig ruhiger angehen lassen. Stünde man direkt vor einem wichtigen Spiel in der Zweiten Liga, hätte die medizinische Abteilung der Köpenicker ohne Zweifel alles versucht, um Terodde fit zu bekommen. Doch zum Trainingsstart ist es nur logisch und auch absolut richtig, dass Spieler und Klub gleichermaßen Vorsicht walten lassen.

Was nicht zuletzt bedeutet: Union sucht noch händeringend nach einem neuen Stürmer. Dies sei kein Geheimnis, so Neuhaus, auch gebe es den einen oder anderen Wunschspieler, "doch das hat auch immer etwas mit den Finanzen zu tun". Und die sind in Zeiten des Tribünenneubaus an der Alten Försterei sicherlich nicht die üppigsten.

Neuhaus: "Die Basis ist ja okay. Doch nominell haben wir nur zwei Stürmer, da ist es kein Geheimnis, dass wir noch etwas machen müssen." Nach den Abgängen von Halil Savran in der Winterpause zu Erzgebirge Aue und der für Union vor allem finanziell lukrativen Trennung von John Jairo Mosquera (zum chinesischen Erstligisten FC Changchun Yatai) wenig später ist das Problem aber auch hausgemacht. Immerhin erfüllten Terodde und der Brasilianer Silvio mit jeweils acht Treffern in der vergangenen Spielzeit durchaus die Erwartungen. Das lässt auch für die bevor stehende Saison hoffen - wenn sie gesund bleiben.

In diesem Zusammenhang wird es interessant sein zu verfolgen, ob es Steven Skrzybski gelingt, den Status des Talents abzulegen und sich zu einer echten Alternative im Angriff zu entwickeln. Die Voraussetzungen sind jedenfalls vorhanden, nicht nur einmal lobte Neuhaus den Youngster, der gerade im Training den besten Abschluss präsentierte. Doch Training und Spiel sind eben zwei Paar Schuhe, das weiß auch Skrzybski.

Ein Saisonziel wollte er aber noch nicht festlegen, ließ der Coach zunächst wissen: "Das kann man machen, wenn wir alle Spieler an Bord haben." Noch im Vorjahr war übrigens schon am ersten Trainingstag ein einstelliger Tabellenplatz ausgegeben worden, von Union-Präsident Dirk Zingler höchstpersönlich - obwohl zu diesem Zeitpunkt der Kader noch nicht komplett gewesen ist. Angesichts der guten Saison 2011/12 (Platz sieben) und des harten Auftaktprogramms - alle drei Bundesliga-Absteiger warten bereits innerhalb der ersten sechs Spieltage auf Union - wollen die Verantwortlichen wohl zunächst noch einmal in sich gehen.