Anpfiff

Blankes Entsetzen in Frankreich

Die vergangenen Tage waren ja davon geprägt, dass uns zum einen das EM-Aus unserer Mannschaft geschmerzt hat und zum anderen die Wetterunbilden zugesetzt haben.

Das Wetter ist unberechenbar, ein Rätsel. Wer sich mal mit der Chaostheorie beschäftigt hat, der weiß das. Kleine Ursache, große Wirkung. Ein Schmetterling, der zum Beispiel in Polen mit seinen Flügeln wackelt, könnte damit einen Wirbelsturm in Deutschland auslösen. Wie die deutsche Mannschaft, doch um die soll es nun nicht gehen. Wir möchten uns der französischen widmen, bei der geht es drunter und drüber. Chaos, Gewitterwolken, Hagelschäden – ganz schlimm.

Nationaltrainer Laurent Blanc ist zurückgetreten, weil er und Verbandspräsident Noel Le Graet sich nicht leiden können. Und weil beide das nicht mehr verbergen konnten, möchten wir es mit Louis Nicollin halten, dem Präsidenten des HSC Montpellier: „Zum Glück bin ich nicht Verbandspräsident, sonst säße ich jetzt ganz schön in der Scheiße.“ Le Graet muss den Scherbenhaufen von einer in die andere Ecke kehren. Ein Nachfolger ist wohl gefunden, es soll Didier Deschamps sein. Doch nur zwei Jahre nach dem Spielerstreik französischer Rebellen bei der WM in Südafrika ist der nächste Trainer verschlissen. Um im anfänglichen Bild zu bleiben: Da braut sich ein heftiges Tiefdruckgebiet zusammen.

Doch wie das im Fußball so ist, regelt sich auch alles ganz schnell wieder. Geordnetes Chaos kann das dann wohl genannt werden. Deschamps soll seinen Vertrag in Marseille aufgelöst haben, Blanc bekommt wohl den vakanten Trainerjob bei Tottenham Hotspur. Und Joachim Löw ist noch Bundestrainer.

Patrick Krull über das Trainerproblem im Nachbarland