Meldungen

EM-Fieber

Schule ja, aber bitte eine Stunde später ++ Bento: Ronaldo kann bei Frauen noch mehr erreichen ++ Schamanen haben bei Blochin kein leichtes Spiel ++ Spiel um Platz drei? Nicht bei einer Europameisterschaft ++ Dresdner Gastronom verkauft Softeis in Schwarz, Rot, Gold ++ Klitschko-Kampf in Kiew definitiv geplatzt

Schule ja, aber bitte eine Stunde später

Stell dir vor, es ist Unterricht, und keiner geht hin. Weil das EM-Halbfinale Deutschland gegen Italien wohl auch viele Schulkinder zu Hause oder beim Public Viewing sehen, rief das Kultusministerium in Baden-Württemberg zu Nachsicht auf. Die Schulleiter könnten etwa den Unterricht verlegen, hieß es in einer Pressemitteilung. In Niedersachsen sieht das anders aus. "So etwas haben wir nicht geplant", sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums. Es herrsche weiterhin Schulpflicht. Sie schlug aber vor: "Man kann das Thema Fußball ja gut in den Unterricht integrieren."

Bento: Ronaldo kann bei Frauen noch mehr erreichen

Dass Portugals auffälligster und teuerster Akteur Cristiano Ronaldo nicht wenige weibliche Fans hat, ist hinlänglich bekannt. Demnach kommt es nicht ganz unerwartet, dass auch die ukrainischen Frauen sich in großer Zahl für den Starstürmer von Real Madrid erwärmen können. Für seinen Trainer Paulo Bento ist dies dennoch ausbaufähig: "Wenn Cristiano schon 95 Prozent der Frauen hier hinter sich hat, kann er sicher auch noch die letzten fünf Prozent dazu bringen, ihn anzufeuern", sagte Bento in Donezk. Daran wird die Niederlage gegen Spanien nichts geändert haben.

Schamanen haben bei Blochin kein leichtes Spiel

Eine Gruppe ukrainischer Schamanen hat vor der EM Nationaltrainer Oleg Blochin den Titelgewinn prophezeit - unter einer Bedingung: Blochin sollte ihnen zuerst eine größere Summe spenden. Der Coach ist jedoch selbst ein erfindungsreicher Mann und nicht so leicht aufs Glatteis zu führen. Er stimmte also freudig zu - jedoch ebenfalls unter Vorbehalt. "Ich sagte: Unterschreibt, dass ich bei Misserfolg das Geld zurückbekomme", erzählte Blochin. Darauf hätten sich die in der Ukraine verbreiteten Geisterbeschwörer aber nicht eingelassen. "Sie drehten sich um und verschwanden wortlos."

Spiel um Platz drei? Nicht bei einer Europameisterschaft

Nichts ist so überflüssig wie ein Spiel um Platz drei, sagen die einen. Das kleine Finale gibt einem immerhin die Möglichkeit, sich mit einem Sieg zu verabschieden, meinen die anderen. Fakt ist: Anders als bei einer WM müssen bei einer EM die Halbfinalverlierer die Heimreise antreten. Zuletzt wurde 1980 um Rang drei gespielt, Tschechien gewann im längsten Elfmeterschießen der EM-Historie gegen Italien 9:8. Langeweile - vielleicht der Hauptgrund, warum das Spiel abgeschafft wurde. Auch die Chance, dass sich zwei Teams erneut gegenüberstehen könnten, wurde wohl als zu groß angesehen.

Dresdner Gastronom verkauft Softeis in Schwarz, Rot, Gold

Erfolg in Schwarz-Rot-Gold schmeckt nach Vanille, Kirsche und Birne, jedenfalls, wenn man es nicht heiß, sondern kalt mag: Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Griechenland hat der Dresdner Roland Hess ein neues Deutschland-Softeis entwickelt. "Das Schwarz ist allerdings Vanille-Eis, das ein spezielles Pulver tiefschwarz macht", beschreibt der 36-Jährige seine Kreation. Zur WM 2010 war das Schwarz nur schokobraun. Auch der goldene Teil ist mit Birne statt Aprikose nun goldgelb. Für richtiges Schwarz mischt Hess leichten Ruß (Pflanzenkohlenstoff) ins Vanilleeis.

Klitschko-Kampf in Kiew definitiv geplatzt

Das nach dem EM-Finale mögliche nächste sportliche Großereignis in Kiew scheint endgültig vom Tisch. Der vermeintliche Abschiedskampf von Schwergewichts-Boxweltmeister Vitali Klitschko (40) Anfang September findet nicht in der Heimat des älteren Klitschko-Bruders statt. In den letzten Tagen hatte es widersprüchliche Meldungen gegeben, die eine politische Motivation der Absage des Kampfes im Olympiastadion nahelegten. Stadiondirektor Wladimir Geninson hatte das abgestritten. Klitschko-Manager Bernd Bönte: "Deren Businesspläne waren inakzeptabel."