Zugang

Kachunga kommt, neuer Vertrag für Kobiashvili

Nachwuchsstürmer wird für ein Jahr aus Gladbach ausgeliehen. Reekers und Gellhaus sind neue Co-Trainer von Chef Luhukay

- Darauf hingedeutet, dass noch etwas passiert, hatte eher wenig. Dafür sah es so aus, als würde Hertha BSC als einziger Fußballklub der Zweiten Liga ohne einen neu verpflichteten Spieler in die Vorbereitung auf die Saison starten. Kurz vor dem Trainingsbeginn konnte Manager Michael Preetz nun aber doch noch Vollzug melden und den ersten Zugang verkünden. Trainer Jos Luhukay darf am Sonntag um elf Uhr den Stürmer Elias Kachunga auf dem Platz begrüßen.

Der zweifache deutsche U20-Nationaspieler wird von Borussia Mönchengladbach für ein Jahr ausgeliehen. "Elias ist ein sehr talentierter Spieler, der unser Offensivspiel beleben wird", sagt Manager Michael Preetz. Lieber wäre es Preetz gewesen, er hätte sich für das Talent auch eine Kaufoption sichern können, die gestattete Mönchengladbach jedoch nicht. Der Bundesligaklub will abwarten, wie sich der Spieler in der Zweiten Liga präsentiert. "Ich freue mich sehr auf Hertha BSC", sagt Kachunga "der Wechsel nach Berlin ist ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Ich bin sicher, dass ich mich bei Hertha BSC weiterentwickeln werde."

Zehn Tore in 17 Drittligaspielen

Bislang spielte Kachunga überwiegend in der zweiten Mannschaft von Borussia in der Regionalliga. Sogar zwei kurze Bundesliga-Einsätze stehen in seiner Statistik. Zuletzt aber war der Stürmer zum VfL Osnabrück in die Dritte Liga ausgeliehen. Dort verbrachte er die Rückrunde der vergangenen Saison und erzielte in 17 Partien zehn Tore. Insgesamt kam er in der vergangenen Spielzeit in Dritter und Vierter Liga auf 22 Treffer und sechs Vorlagen in 35 Einsätzen. In Berlin soll nun Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln und vorerst Pierre-Michel Lasogga (20) ersetzen, der noch bis Ende des Jahres wegen eines Kreuzbandrisses fehlt.

Entscheidungen sind bei Hertha allerdings auch bezüglich anderer Personalien gefallen. Allen voran hat sich der Klub mit Levan Kobiashvili (34) auf einen neuen Vertrag geeinigt. Die neue Konstruktion sieht vor, dass sich der Kontrakt mit Kobiashvili über 2014 hinaus um ein weiteres Jahr bis Juni 2015 verlängert. Das ist eine überraschende Entwicklung, weil der Rekordnationalspieler von Georgien schwarze Monate hinter sich hat. In der Bundesliga-Rückrunde war Kobiashvili zweimal vom Platz gestellt worden. Wegen eines Faustschlages gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem chaotischen Relegationsspiel bei Fortuna Düsseldorf am 15. Mai wurde der Defensivspieler vom DFB-Sportgericht zudem mit einer Rekordstrafe belegt: Siebeneinhalb Monate bis zum Jahresende darf Kobiashvili nicht spielen, solange ist noch kein Fußballprofi in Deutschland vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden.

"Mit dem neuen Vertrag geben wir ein klares Statement ab", sagt Manager Preetz, "so etwas machen wir nicht mit einem Schläger. Levan gehört zu Hertha, er ist einer von uns." Der Verein stellt sich somit hinter Kobiashvili. Hertha hatte unmittelbar nachdem der Klub das DFB-Urteil akzeptiert hatte, eine Stellungnahme des Spielers auf seiner Internetseite veröffentlicht. Dort hatte der Profi ausgeführt, er habe den Schiedsrichter berührt, weil er in den Tumulten nach dem Abpfiff geschubst worden sei und Halt gesucht habe. Er hätte aber auf keinen Fall absichtlich geschlagen.

Der neue Vertrag trägt der veränderten Situation Rechnung. Während der Zeit seiner Sperre wird das Gehalt von Kobiashvili auf ein kleines Grundgehalt reduziert. Für die Zweitliga-Rückrunde ab Januar 2013 erhöht sich die Summe, liegt aber deutlich unter dem, was Kobiashvili in der Bundesliga verdient hat. Sein Vertrag als Profi läuft zudem für die Saison 2013/14. Neu ist, dass Hertha Kobiashvili im Spieljahr 2014/15 den dann 37-Jährigen im Nachwuchsbereich beschäftigen wird. Kobiashvili ist mit 336 Bundesliga-Einsätzen seit 1998 Rekordhalter aller ausländischen Profis (gemeinsam mit Ze Roberto).

Außerdem kann Hertha nun am Sonntag ein vollzähliges Trainerteam auf den Platz schicken. Jos Luhukay wird wie zuvor beim FC Augsburg auch in Berlin mit den Assistenten Rob Reekers und Markus Gellhaus arbeiten. Die Verträge dieses Trios laufen jeweils bis Juni 2014. Geplant ist offenbar auch, dass Markus Gellhaus die neue Funktion des Jugendkoordinators übernimmt.