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Ukraine: Weltmeister Klitschko haut auf Regierung ein ++ Orthodoxe Kirche: Fans wie "Affen" ++ Polen: Sportministerin fordert Lato zum Rücktritt auf ++ Dem Betrüger drohen acht Jahre Gefängnis

Weltmeister Klitschko haut auf Regierung ein

Erst spielte er eine halbe Stunde lang mit den Kindern, dann gab es Hiebe für die Regierung der Ukraine. Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko (40) war hauptsächlich wegen seiner Stiftung ins "Europäische Dorf " nach Kiew gekommen. Doch der Profiboxer ist auch Wahlkämpfer. Er sprach von "totaler Manipulation", davon, dass "die Korruption das Land frisst". Er sprach darüber, dass der Fall Julia Timoschenko "selbstverständlich einen Schatten" auf diese doch so großartige EM wirft. Und er sagte auch, seine Heimat sei "langsam auf dem Weg zur Diktatur". Der ältere der Klitschko-Brüder ist ein hartnäckiger Regierungskritiker, als Vorsitzender der 2010 gegründeten Partei "Ukrainische demokratische Allianz für Reformen", kurz UDAR, zu deutsch "Schlag", ist er auf Stimmenfang für die Parlamentswahlen Ende Oktober.

Orthodoxe Kirche: Fans wie "Affen"

In den Stadien und auf den Straßen feiern die Fans - doch die ukrainische orthodoxe Kirche hat genug von der EM im eigenen Land. Die Fans geben sich einer Sünde hin und verhielten sich wie "Affen", sagt Filaret, das Oberhaupt der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine und Patriarch von Kiew. "Die Kirche heißt die Ekstase und die Psychose nicht gut, in die die Leute fallen, wenn sie ein Spiel schauen", wird der 83-Jährige zitiert. "Seine Heiligkeit", der rund zehn Millionen Anhänger in der Ukraine hat, stellte jedoch klar, dass seine Kirche Sport und einen gesunden Lebensstil grundsätzlich befürworte. "Aber schauen Sie diesen Leuten (den Fans, d. Red.) mal ins Gesicht, das sind doch keine Menschen mehr, die sehen eher aus wie Affen. Die haben ihre Balance verloren." Es sei eine Sünde, wenn Menschen sich nicht mehr im Griff hätten, ergänzte er. "Dann trinken sie und prügeln sich. Wir lehnen das ab."

Sportministerin fordert Lato zum Rücktritt auf

Die polnische Sportministerin Joanna Mucha hat nach dem EM-Aus des Co-Gastgebers den Verbandspräsidenten Grzegorz Lato zum Rücktritt aufgefordert. "Ich nehme den Vorsitzenden des PZPN beim Wort", sagte Mucha während einer Pressekonferenz in Warschau. Die Ministerin griff damit eine einige Wochen alte Ankündigung des 62-Jährigen auf, auch persönliche Konsequenzen zu ziehen, sollte Polen bei der EM die Vorrunde nicht überstehen.

Dem Betrüger drohen acht Jahre Gefängnis

Die Warschauer Polizei nahm am Sonntag einen Betrüger fest, der zwei russischen Touristen alte, ungültige polnische Banknoten verkauft hatte. Bei dem Mann wurden zudem vier gefälschte Eintrittskarten für das Spiel Russland gegen Griechenland gefunden. Ihm droht im schlechtesten Fall nun eine Gefängnisstrafe von bis zu acht Jahren.