Fußball

Russen halten sich für das beste Team der EM

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Aber Gegner Griechenland gibt sich noch nicht auf

- An Selbstbewusstsein mangelt es dem russischen Trainer jedenfalls nicht. "Aufgrund der Art und Weise, wie wir spielen, sind wir im Moment das beste Team bei der EM", sagte Dick Advocaat und will sich mit einem möglichen Scheitern in der Gruppenphase der EM gar nicht erst beschäftigen. Trotzdem muss gegen Griechenland am Sonnabend (20.45 Uhr) im Warschauer Nationalstadion ein Punkt her, besser noch ein Sieg, um als Gruppenerster in die Runde der letzten Acht einzuziehen und dann wieder in der polnischen Hauptstadt auf den Zweiten der Deutschland-Gruppe B zu treffen. "Es wird ein sehr intensives Spiel. Sie müssen gewinnen, uns reicht ein Unentschieden", sagte Advocaat.

Advocaats Mannschaft machte zuletzt keinen so stolzen Eindruck. Mit gesenkten Köpfen hatten die russischen Spieler die wartende Journalistenschar nach dem Remis gegen Polen im zweiten Gruppenspiel am Dienstag passiert. Lediglich Roman Schirokow stellte sich den Fragen, warum das Team denn nach der Halbzeitführung im zweiten Durchgang so passiv gespielt und den Sieg aus den Händen gegeben hatte. Nicht nur den Sieg, sondern auch den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale. Eine plausible Antwort fand der Mittelfeldstar und "Twitter-König" des Teams nicht. Auch Advocaat hatte sich nach dem Punktverlust frustriert gezeigt, war für den Niederländer seine Mannschaft doch die klar bessere.

Lob für Holländer-Trainer

Große Stücke halten die russischen Spieler auf ihren Trainer, der in der kommenden Saison den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven übernehmen und sein Amt als Nationalcoach aufgeben wird. "Er hat viele Qualitäten und bringt diese im richtigen Moment an. Entsprechend erzielen wir gute Resultate", sagt Torhüter Wjatscheslaw Malafejew stellvertretend für seine Mitspieler.

Pläne, die Aufstellung zu ändern, hat Advocaat für das Spiel gegen die Griechen nicht. Zwar blieb Mittelstürmer Alexander Kerschakow in zwei Spielen ohne Torerfolg, doch hat sich die bisherige Taktik mit der Einwechslung von Ersatzmann Roman Pawljutschenko jeweils Mitte der zweiten Halbzeit bewährt. "Dieses Match wird härter als die Spiele gegen Polen und Tschechien, weil es ums Viertelfinale geht", sagt Pawljutschenko vorausblickend und zollt den Griechen Respekt: "Jedes Team hat gegen sie Probleme."

Griechenlands Trainer Fernando Santos räumt der eigenen Mannschaft "nur noch wenige Möglichkeiten" ein, das Viertelfinale zu erreichen. Dabei hat der Sensations-Europameister von 2004 trotz des dürftigen 1:1 gegen Polen und der 1:2-Schlappe gegen Tschechien noch alle Chancen. Die Rechnung ist ganz einfach: Ein Sieg - und die Hellenen sind weiter.

Der Bremer Sokratis wird nach seiner Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurückkehren und mit dem Schalker Kyriakos Papadopoulos eine reine Bundesliga-Innenverteidigung bilden. Dahinter wird Torhüter Michalis Sifakis den verletzten Konstantinos Chalkias vertreten. Doch was vor allem zählt gegen die Russen, ist die Offensive. "Wir wissen, was wir zu tun haben", sagte der frühere Bundesliga-Profi Theofanis Gekas und fügte kämpferisch hinzu: "Wir haben uns noch nicht abgeschrieben."

( dapd )