Anpfiff

Beautys im Stress

Lars Gartenschläger

Lars Gartenschläger über einen Chaosflug von Spielerfrauen

Den Frauen und Freundinnen der deutschen Fußball-Nationalspieler geht es auch während der EM sehr gut. Sie wohnen luxuriös und werden rund um die Uhr versorgt. Die Reise nach Charkow aber verfluchten die Schönheiten. Schon auf dem Weg in die Ukraine hatten sie und rund 150 Journalisten eine halbe Stunde im Flugzeug warten müssen, weil es nicht genügend Rolltreppen und Busse gab.

Doch das war nichts gegen den Rückflug. 1.40 Uhr Ortszeit sollte die Maschine Richtung Danzig abheben. Dass das nichts werden würde, war klar, als die Passagiere erst 2.00 Uhr ins Flugzeug durften. Geschlagene drei Stunden und zwanzig Minuten versuchte der Pilot, vom Tower die Startfreigabe zu erhalten. Zwar lag zwischenzeitlich eine Freigabe der Radarkontrolle vor, die dafür sorgen muss, dass der Luftraum frei ist. Doch die Rollkontrolle, die die Abläufe am Boden koordiniert, schwieg. Offenbar kommunizierten die beiden Instanzen nicht miteinander, mutmaßte der Pilot und sagte: "So etwas Unfähiges habe ich noch nie erlebt."

Er ließ seine Passagiere zwischenzeitlich den Funkverkehr mit dem Tower mithören, um zu verdeutlichen, wie chaotisch es dort zuging. Sogar eine kleine Notlüge blieb ohne Erfolg, als er sagte, zwei deutsche Spieler seien an Bord, die wegen der Dopingkontrolle den Teamflieger versäumt hätten.

Als das Flugzeug 5.20 Uhr abhob, war die Erleichterung groß. Dass nach der Landung 6.20 Uhr Ortszeit in Danzig nur ein Bus bereitstand, um die Gäste zum Terminal zu fahren, passte ins Bild einer Europameisterschaft, bei der die Gastgeber bezüglich der Organisation (vor allem in der Ukraine) extrem überfordert sind.