Relegation

DFB-Strafe zu hart: Hertha zieht wieder vor Gericht

Nur 20.000 Fans beim ersten Heimspiel zugelassen

- Ein "Geisterspiel" und ein Wiedersehen vor Gericht - der Relegationsskandal der Fußball-Bundesliga geht in die nächste Runde. Der DFB-Kontrollausschuss beantragte am Dienstag ein Spiel unter Ausschluss des Publikums für Fortuna Düsseldorf sowie einen Teil-Ausschluss der Fans von Hertha BSC für das erste Heimspiel in der kommenden Saison, was die Berliner zurückweisen.

"Wir halten diesen Antrag des Kontrollausschusses für vollkommen unangemessen und nicht hinnehmbar. Wir werden alles unternehmen, damit nicht Zehntausende unschuldiger Herthafans für das Verhalten einiger weniger Chaoten bestraft werden", sagte Michael Preetz, Geschäftsführer Sport bei der Hertha.

Hertha-Fans hatten mit dem Abbrennen und Werfen von Pyrotechnik im skandalösen Relegationsrückspiel am 15. Mai (2:2) gleich zwei Unterbrechungen verursacht. Die Hertha legte nach einem verfrühten Platzsturm der Düsseldorfer Anhänger Einspruch gegen die Spielwertung ein - scheiterte aber sowohl vor dem Sportgericht als auch vor dem Bundesgericht des DFB. Jetzt steht schon wieder eine Sportgerichts-Verhandlung bevor: Stimmt ein Klub einem Strafantrag nicht zu, wird er dem Gericht zur Entscheidung vorgelegt.

Die Hertha soll für das erste Saisonheimspiel nur 15.000 Karten an ihre Anhänger sowie 5000 Karten an Gästefans verkaufen dürfen. Zudem wurden 50.000 Euro Strafe beantragt.

Die Fortuna wird derweil ihr erstes Bundesliga-Heimspiel seit 1997 wahrscheinlich vor leeren Rängen austragen. Der Kontrollausschuss beantragte zudem 100.000 Euro Geldstrafe. Tausende Fans der Rheinländer waren schon vor Beendigung der siebenminütigen Nachspielzeit auf den Rasen in der Esprit-Arena gestürmt. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) unterbrach die Begegnung für 20 Minuten, ehe er sie noch einmal für rund 90 Sekunden fortsetzte.

Im Gegensatz zur Hertha wollen sich die Rheinländer mit der Bewertung des Strafantrags Zeit lassen. "Wir werden den Antrag in den kommenden Tagen prüfen und darüber in Ruhe beraten", sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth.

Auch Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC wird wahrscheinlich ein Spiel unter Ausschluss seiner Anhänger austragen müssen. Nach dem Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg, in dem der Abstieg besiegelt wurde, war es zu schweren Ausschreitungen rund um das Wildparkstadion gekommen. Dabei wurden 76 Personen verletzt.