Sieg gegen Tschechien

Volleyball-Männer buchen das Olympia-Ticket

Berliner Publikum treibt sie zum Sieg gegen Tschechien

-Jubel, Trubel, Freudentränen: Die deutschen Volleyballer haben die Qualifikation für die Olympischen Spiele (27. Juli bis 12. August) in letzter Sekunde geschafft. Das ersehnte London-Ticket löste das Team von Bundestrainer Vital Heynen mit einem 3:1 (25:22, 23:25, 25:23, 25:21)-Sieg gegen Tschechien. Ganz nebenbei haben die Volleyballer damit auch die Anzahl der deutschen Mannschaften in London erhöht - zuvor hatten sich nur die beiden Hockey-Teams für die Sommerspiele qualifiziert.

Bei der entscheidenden Olympia-Qualifikation in Berlin war die Dramaturgie perfekt. Vieles erinnerte an das Turnier 2008, als Deutschland auch im letzten Anlauf den Sprung zu Olympia - erstmals seit 36 Jahren - geschafft hatte. Mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Außenseiter Indien (damals Taiwan) starteten die Deutschen ins Turnier. Tags darauf folgte das erwartete Schlüsselspiel gegen Vize-Weltmeister Kuba. 126 Minuten, die in einem packenden Tie-Break gipfelten.

Grozer weint vor Freude

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Es ist schwer zu beschreiben. Ich kann nur weinen", sagte der beste deutsche Angreifer Georg Grozer. Als das Projekt Olympia am Sonnabend vorzeitig auf der Kippe stand, zeigten die deutschen Spieler ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein. Das hatte ihnen Vital Heynen in nur wenigen Wochen eingeimpft. Im September noch, als die Mannschaft bei der EM in Tschechien als Gruppenletzter vorzeitig wieder nach Hause fahren musste, gab niemand was auf die Truppe. Doch der erst im Februar verpflichtete Belgier entfachte bei den Schmetter-Assen wieder die Lust am Spiel. Auch, weil er seine Spieler in Entscheidungen bewusst einbezog und damit ganz anders als sein autoritärer Vorgänger Raul Lozano für ein neues Wir-Gefühl sorgte.

Dies war auch beim dritten und letzten Spiel in der Max-Schmeling-Halle zu spüren. Tschechien trat zwar als ernsthafter Olympia-Verderber auf und bot den Heynen-Männern mächtig Paroli, doch am Ende war dies nicht genug für die nervenstarken Deutschen. Selbst wenn die Kraft ab und an nachließ, der Kopf war zu stark.

Die Mannschaft um Star-Angreifer Grozer wollte vor den 4.110 Zuschauern unbedingt den Sprung zu den Olympischen Spielen schaffen, nachdem beim ersten Qualifikationsturnier in Sofia noch winzige drei Punkte nach London gefehlt hatten. Die DVV-Volleyballer nutzten ihre letzte Chance. Und wieder hatte das Publikum einen riesigen Anteil daran.