Anpfiff

Schweiß statt Ruhm

Lars Wallrodt über den Turnierstart der deutschen Elf

Nein, ein Fußballfest war das nicht, jenes Entree der deutschen Mannschaft in die Europameisterschaft. Das 1:0 gegen Portugal roch nach Schweiß, nicht nach Ruhm und Ehre. Hauptsache gewonnen, steht unter dem Strich, und das ist immerhin mehr, als die Niederländer, der nächste Gegner, für sich verbuchen können. Vielleicht ist es sogar genau das richtige Ergebnis für die deutsche Elf.

Portugal war ein extrem unbequemer Gegner. Blitzartig zogen sich zehn Spieler zurück, wenn der Ball verloren wurde. So ist die wichtigste Erkenntnis, dass die DFB-Auswahl auch glanzlos siegen kann - traditionell eine der wichtigsten Eigenschaften wirklich erfolgreicher Mannschaften. Außerdem bleibt festzuhalten, dass Joachim Löw wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen hat. Mario Gomez genügte eine einzige Szene, das Spiel zu entscheiden. Nichts anderes ist die Aufgabe eines Mittelstürmers: Mach das entscheidende Tor, und du hast den Job gut erledigt. Oder nehmen wir Mats Hummels. Den hatten die Experten auf der Bank platziert und stattdessen Per Mertesacker trotz monatelanger Verletzung in die Startelf geschrieben. Löw ließ sich nicht beirren, brachte Hummels - und damit den besten Deutschen.

Mit dem Sieg hat sich die deutsche Mannschaft in eine komfortable Position gebracht. Am Mittwoch trifft sie auf einen Gegner, der am Rande der Verzweiflung sein dürfte. Die Niederländer müssen auf Teufel-komm-raus gewinnen. Das dürfte deutlich mehr Räume ergeben als noch gegen Portugal. Der Lohn bei einem erneuten Triumph wäre hoch: Schon vor dem Duell mit Dänemark könnte Deutschland ins Viertelfinale einziehen. Und ganz nebenbei die Niederländer aus dem Turnier kicken.