Formel 1

Schock für Vettel: Sein Auto wurde für illegal erklärt

Der nächste herbe Rückschlag im Titelrennen traf Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf dem heimischen Sofa.

- Der Automobil-Weltverband Fia forderte das Team des 24-jährigen Heppenheimers auf, den Red Bull bis zum nächsten Rennen am 10. Juni in Montreal umzubauen und stellte damit faktisch fest: Der RB8, Vettels "Abbey", ist illegal.

Gerüchte, die Löcher im Unterboden der Autos von Vettel und Teamkollege Mark Webber seien nicht regelkonform, hatte es bereits im April in Bahrain gegeben. Die Fia untersuchte das Auto mehrfach, Red Bull verwies auf Schriftstücke, die die Legalität des Wagens bestätigten. Kurios wirkt deshalb das Verbot des Verbandes mit dem Hinweis, Löcher im Unterboden seien generell nicht erlaubt.

Für Vettel ist die Kehrtwende ein Schock, denn diese wirft ihn im ohnehin schon engen Titelkampf weit zurück. Nachdem der von Red Bull perfektionierte auspuffangeströmte Diffusor zur neuen Saison verboten wurde, verlor Vettels Auto schon seine Dominanz. Nun muss der Weltmeister, der aktuell drei Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) liegt, nicht nur einen weiteren Vorteil abgeben, der Umbau des Autos bringt auch große Ungewissheit mit sich.

Die eingefahrenen Punkte wird Red Bull nicht verlieren. Nach dem letzten Rennen in Monaco hatten Ferrari und McLaren auf Proteste verzichtet. Die Teamchefs Stefano Domenicali und Martin Whitmarsh hatten jedoch lange bei den Fia-Delegierten vorgesprochen und sich danach sehr siegessicher gezeigt. Red Bull trifft das Urteil offenbar völlig unerwartet. Das österreichisch-britische Team hatte sich sicher gefühlt und geglaubt, den Regelhütern ein Schnippchen geschlagen zu haben. "Ich denke, dass es sich dabei um eine Grauzone im Reglement handelt", hatte sich Teamchef Christian Horner noch kurz vor dem Urteil zuversichtlich gezeigt. Vergebens.

"Nach Diskussionen in Monaco, bei denen klar wurde, dass einige Missverständnisse existierten, denken wir, dass es wichtig ist, unsere Position bezüglich eines Lochs in der Bodenplatte in jedem Bereich klarzustellen", teilte die Fia mit. Red Bull habe argumentiert, dass die Abtrieb generierenden Löcher an der betreffenden Stelle nicht explizit verboten seien. "Wir teilen diese Ansicht jedoch nicht und erklären explizit, dass Löcher in diesem Bereich nicht erlaubt sind."